Tagesgeld Konten im Vergleich

Wissenswertes zum Tagesgeld

Beim Tagesgeld handelt es sich um ein sehr beliebtes Finanzprodukt, das in erster Linie dann empfohlen wird, wenn Anleger nach einer sehr sicheren Anlageformen suchen. Das Tagesgeld fällt in dem Bereich der sogenannten Anlagekonten, da der Kunde ein Tagesgeldkonto eröffnen muss, um das gewünschte Kapital darauf einzuzahlen. Wie bei jeder anderen Anlageform auch, so kann sich das Tagesgeldkonto ebenfalls durch verschiedene Merkmale auszeichnen und für Anleger ist es wichtig, sich über diese Eigenschaften zu informieren.

Im Wesentlichen sollten die folgenden Punkte und Eigenschaften des Tagesgeldkontos untersucht werden, bevor sich Anleger für dieses Finanzprodukt als Geldanlage entscheiden:

  • Sicherheit
  • Rendite
  • Verfügbarkeit des Kapitals
  • Flexibilität
  • Vergleich zwischen den Anbietern

Themenübersicht zum Tagesgeld

Die Funktionsweise des Tagesgeldes

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, auf welche Weise die Anlageform Tagesgeld funktioniert und worauf besonders geachtet werden muss. Es handelt sich beim Tagesgeld sicherlich um ein sehr einfaches Produkt, welches daher oftmals auch von Anfängern im Bereich der Geldanlage genutzt wird. Das Tagesgeldkonto funktioniert so, dass der Kunde zunächst bei der Bank entweder in der Geschäftsstelle oder online die Eröffnung des Kontos beantragen muss. Die Kontoeröffnung nimmt normalerweise nur wenig Zeit in Anspruch, sodass der Kunde anschließend relativ schnell seine Zugangsdaten erhält, um das Konto online nutzen zu können. Anschließend muss im Grunde nur noch die gewünschte Anlagesumme auf das Konto überwiesen werden, beispielsweise vom eigenen Girokonto aus. In der Folgezeit wird dieses Guthaben dann zum jeweils aktuellen Zinssatz verzinst. Die Zinsen werden meistens entweder einmal jährlich dem Tagesgeldkonto zugeschrieben oder auf ein Referenzkonto gezahlt.

Die Sicherheit beim Tagesgeldkonto

Das Tagesgeld zählt nicht umsonst zu den sichersten Anlageformen, die es in Deutschland und im gesamten europäischen Raum gibt. Es gibt mehrere Faktoren, die dazu führen, dass Tagesgeldkonten in die Risikoklasse I, also in die niedrigste Risikoklasse, eingeordnet werden. Ein wesentlicher Punkt ist unter anderem die Einlagensicherung, die unter anderem auch für alle Tagesgeldkonten gilt. Die Guthaben, die sich auf einem Tagesgeldkonto befinden, sind mindestens bis zu einem Umfang von 100.000 Euro je Kunde geschützt, falls das Konto bei einer in der Europäischen Union ansässigen Bank geführt wird. Darüber hinaus ist es insbesondere bei den deutschen Banken so, dass diese freiwillig noch in einem privaten Einlagensicherungsfonds Mitglied sind, sodass die abgesicherten Guthaben in vielen Fällen noch weitaus höher sind und teilweise sogar in den zwei- oder dreistelligen Millionen-Euro-Bereich hineinreichen.

Die Sicherheit beim Tagesgeld wird aber nicht nur durch die Einlagensicherung bestimmt, sondern auch durch die Tatsache, dass viele der grundsätzlich bei Geldanlagen möglichen Risiken nicht vorhanden sind. Die Einlagensicherung sichert beispielsweise das Emittentenrisiko ab, welches vom Grundsatz her auch beim Tagesgeldkonto vorhanden ist. Wird das Konto in Euro geführt, so gibt es für den Anleger kein Währungsrisiko, sodass auch keine Währungsverluste entstehen können. Ein Kursrisiko gibt es beim Tagesgeld ebenfalls nicht, denn der Anleger erhält stets 100 Prozent des investierten Kapitals zurück. Ein Zinsrisiko existiert zwar grundsätzlich, denn die Bank kann den Tagesgeldzinssatz normalerweise – bis auf vorübergehende Sondervereinbarungen, beispielsweise für Neukunden – jederzeit anpassen. Allerdings ist das Zinsrisiko in dem Sinne relativ gering, weil der Kunde jederzeit die Möglichkeit hat, das Kapital zu verfügen und so auf Zinsänderung zu reagieren.

Die Rendite beim Tagesgeld

Während die Sicherheit eindeutig für das Produkt Tagesgeld spricht, wird in erster Linie die Rendite genannt, wenn es darum geht, welche Nachteile diese Geldanlage mit sich bringen kann. Insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase zeigt sich, dass der Ertrag beim Tagesgeldkonto teilweise nicht einmal mehr die Inflationsrate kompensieren kann. Aktuell (Stand Mitte Februar 2014) bewegen sich die durchschnittlichen Renditen beim Tagesgeld sogar unter einem Prozent. In der Spitze zahlen die Banken nur noch 1,3 oder 1,4 Prozent Zinsen auf das Tagesgeldkonto. Für sämtliche Anleger, die nicht nur auf eine hohe Sicherheit, sondern auch auf eine einigermaßen akzeptable Rendite Wert legen, ist das Tagesgeldkonto sicherlich derzeit keine bestens geeignete Geldanlage.

Die Rendite ergibt sich beim Tagesgeld nahezu ausschließlich aus dem Zinssatz, den die Bank für die Kontoguthaben zahlt. Da das Tagesgeldkonto kostenlos geführt wird und auch sonst keine Gebühren anfallen, gibt es demnach auch keine Kosten, welche die Rendite verringern könnten. Mitunter ist der effektive Zinssatz sogar noch etwas höher als der Nominalzinssatz, nämlich immer dann, wenn die Zinsauszahlung bzw. Zinsgutschrift auf das Tagesgeldkonto unterjährig stattfindet.

Was die Zahlung der Zinsen angeht, so gibt es ohnehin verschiedene Möglichkeiten, wann diese beim Tagesgeldkonto erfolgen kann:

  • monatliche Zinszahlung
  • vierteljährliche Zinszahlung
  • jährliche Zinszahlung
  • jeweils als Gutschrift auf Tagesgeldkonto oder Auszahlung auf ein Referenzkonto

Was den Zeitpunkt der Zinszahlung angeht, so kann es sich beim Tagesgeldvergleich durchaus lohnen, auch diesen Punkt zu achten. Insbesondere unter der Voraussetzung, dass der Anleger relativ hohe Anlagesummen investieren möchte, kann sich nämlich der Zinseszins positiv auf die Gesamtrendite auswirken. Bevorzugen sollten Anleger in diesem Fall ein Tagesgeldkonto, bei dem die Zinsen monatlich gutgeschrieben werden. In diesem Fall ergibt sich nämlich ein optimaler Zinseszinseffekt, der sich bei hohen Anlagesummen durchaus in den Gesamtzinsen pro Jahr bemerkbar machen kann.

Die Verfügbarkeit beim Tagesgeld

Während die relativ geringe Rendite nicht gerade für die Anlage Tagesgeld spricht, sind es neben der Sicherheit die hohe Flexibilität und die jederzeitige Verfügbarkeit, die wiederum eindeutig für dieses Produkt sprechen. Die Verfügbarkeit ist nämlich beim Tagesgeldkonto so gut wie bei kaum einem anderen Anlageprodukt. Der Grund besteht darin, dass die vorhandenen Guthaben jederzeit (täglich) verfügt werden können. Diese Verfügung ist stets kostenfrei und nicht mit der Zahlung von Vorschusszinsen verbunden, wie es beispielsweise beim Festgeldkonto und vor allen Dingen auch bei Sparkonten der Fall sein kann. Zudem hat der Anleger den Vorteil, dass er sein Guthaben nicht im Vorhinein kündigen muss, sondern das Kapital ohne Einhaltung einer Frist abziehen kann. Wer sein Kapital also jederzeit verfügbar anlegen möchte, der findet mit dem Tagesgeld eine hervorragende Alternative.

Hohe Flexibilität beim Tagesgeldkonto

Die jederzeitige Verfügbarkeit ist natürlich ein wesentlicher Bestandteil der großen Flexibilität, durch die sich das Tagesgeld als Geldanlage auszeichnen kann. Darüber hinaus beinhaltet die Flexibilität ebenso, dass das Konto schnell eröffnet und auch jederzeit wieder geschlossen werden kann. Sowohl Verfügung als auch Einzahlung sind jederzeit problemlos möglich, wobei viele Kunden in diesem Bereich davon Gebrauch machen, die Buchung online vorzunehmen. Ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass die Auszahlung vom Tagesgeldkonto bei inzwischen fast jeder Bank ausschließlich auf ein festgelegtes Referenzkonto erfolgen darf. Somit ist es Betrügern nicht möglich, etwaige Überweisungen vom Tagesgeldkonto auf ein fremdes, vom Kunden nicht gewünschtes Konto, umzuleiten.

Flexibel ist das Tagesgeldkonto darüber hinaus deshalb, weil der Kunde sowohl einmalige Beträge einzahlen kann als auch regelmäßig sparen kann. Das Tagesgeldkonto kann also durchaus als Sparvertrag genutzt werden, indem der Anleger und Sparer beispielsweise per Dauerauftrag monatlich 100 Euro auf das Konto überweist.

Zusammengefasst kann sich das Tagesgeld in erster Linie durch die folgenden Merkmale auszeichnen:

  • hohe Sicherheit durch kaum vorhandene Risiken
  • fällt in den Bereich der Einlagensicherung
  • variabler Zinssatz
  • vergleichsweise geringe Rendite
  • keine Kosten und Gebühren
  • Guthaben jederzeit ohne Kündigung und Vorschusszinsen verfügbar
  • hohe Flexibilität
  • verschiedene Nutzungsmöglichkeiten (Anlage und Sparen)

Worauf beim Tagesgeldvergleich zu achten ist

Die meisten Anleger, die sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden, führen zunächst einen Tagesgeldvergleich durch. Bei kaum einem anderen Anlageprodukt wird ein solcher Anbietervergleich so häufig durchgeführt, wie es beim Tagesgeld der Fall ist. Ein Vergleich macht in diesem Bereich durchaus Sinn, denn immerhin unterscheiden sich die Anbieter gerade vom Zinssatz sehr teilweise in nicht unerheblichen Umfang. Der Zinssatz ist zugleich der wesentliche Punkt, auf dem beim Tagesgeldvergleich geachtet werden sollte.

Es gibt allerdings noch einige weitere Merkmale, die beim Tagesgeldvergleich ebenfalls eine Rolle spielen sollten. So ist es bei vielen Anbietern beispielsweise so, dass diese nicht einen Zinssatz veranschlagen, sondern dass der effektiv gezahlte Zinssatz auch von der Anlagesumme abhängig ist. Das Tagesgeld weist in dem Zusammenhang die Besonderheit auf, dass es oftmals so ist, dass höhere Anlagesummen mit einem geringeren Zinssatz als niedrige Guthaben ausgestattet sind. Der Grund besteht darin, dass es für die Bank natürlich sehr kostenintensiv ist, die vorhandenen Guthaben jederzeit verfügbar zu halten. Daher kann es durchaus passieren, dass eine Bank für ein Guthaben von 100.000 Euro einen geringeren Zinssatz als für Guthaben in Höhe von 10.000 Euro zahlt.

Wie bereits kurz erwähnt, sollten Anleger mit besonders hohen Anlagesummen auch auf die Frequenz der Zinsgutschrift achten. Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Varianten, nämlich die monatliche, vierteljährliche und jährliche Zinszahlung. Zu bevorzugen ist eindeutig die monatliche Zinszahlung, denn dann kann der Zinseszinseffekt optimal genutzt werden.

Die Einlagensicherung ist definitiv ebenfalls ein wichtiger Vergleichspunkt, wobei dies insbesondere wiederum für Anleger eine große Rolle spielt, die mehr als 100.000 Euro investieren möchten. Hier sollte man sich dann für eine Bank entscheiden, die über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus auch noch eine private Einlagensicherung betreibt, sodass die Guthaben pro Kunde oftmals in Höhe von mehreren Millionen Euro abgesichert sind. Insbesondere dann, wenn die Bank nicht aus der Europäischen Union stammt, sollte sehr genau auf die vorhandene Einlagensicherung geachtet werden. In vielen Ländern außerhalb Europas ist es nämlich so, dass gar keine Einlagensicherung existiert.

In der Zusammenfassung sind es also einige Punkte, auf die beim Tagesgeldvergleich geachtet werden sollte:

  • effektiver Zinssatz
  • Höhe der Einlagensicherung
  • Frequenz der Zinsgutschrift
  • Zinsstaffel
  • eventueller Sonderzins für Neukunden

Der zuletzt genannte Punkt ist beim Tagesgeldvergleich ebenfalls sehr wichtig, nämlich der eventuelle Sonderzins für Neukunden. Durchaus nicht wenige Anbieter sind im Tagesgeldbereich nämlich dazu bereit, den neuen Kunden einen höheren Zinssatz als den Bestandskunden zu zahlen. Oftmals wird dieser erhöhte Zinssatz dann für einen gewissen Zeitraum, beispielsweise für sechs Monate, garantiert. Auf dieser Basis macht im Tagesgeldbereich auch durchaus das sogenannte Zinshopping (Tagesgeld-Hopping) Sinn. Man versteht darunter, dass der Kunde in unregelmäßigen Abständen den Tagesgeldanbieter wechselt, um so stets vom jeweiligen Neukundenbonus profitieren zu können. Da sowohl Kontoeröffnung als auch Kontoauflösung nicht mit Kosten verbunden sind, gibt es beim Zinshopping in im Prinzip keine Nachteile zu berücksichtigen. Lediglich der Aufwand der Kontoeröffnung, der sich allerdings meistens in Grenzen hält, ist hier als Kontrapunkt aufzuführen.

Fazit zum Tagesgeld

Beim Tagesgeld handelt es sich definitiv um ein Anlageprodukt, welches in erster Linie für solche Anleger geeignet ist, die sehr sicherheitsorientiert sind. Gleiches gilt für solche Anleger, die garantiert haben möchten, dass das angelegte Kapital jederzeit problemlos verfügbar ist. Wem allerdings ebenfalls wichtig ist, dass sich die Rendite in einem zumindest durchschnittlichen Rahmen bewegt, der wird sicherlich eher selten auf das Tagesgeld zurückgreifen. Der Zinssatz ist nämlich gerade in Niedrigzinsphase sehr gering, sodass es zahlreiche andere Geldanlagen gibt, die eine bessere Rendite aufweisen können. Zu berücksichtigen ist dann allerdings stets, dass diese möglicherweise höheren Renditen fast immer mit einem ebenfalls höheren Risiko verbunden sind. Auch als „Sparkonto“ und zum regelmäßigen Sparen ist das bestens geeignet, weil es normalerweise keine Mindesteinzahlung gibt und Sparer daher beispielsweise monatlich 100 Euro auf das Konto überweisen können.