Rechtsschutzversicherung im Vergleich

Wissenswertes zur Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung gehört definitiv zu den Versicherungen, die nicht jeder Verbraucher benötigt, die aber in vielen Fällen dennoch sehr sinnvoll sein können, da sie einen Schutz in bestimmten Bereichen bieten. Ein wesentliches Merkmal der Rechtsschutzversicherung besteht darin, dass diese aus verschiedenen Bausteinen besteht, sodass ein möglichst individueller Schutz gewährleistet werden kann, der auf den einzelnen Versicherer zugeschnitten ist. So gibt es im Prinzip mindestens fünf Themenbereiche, die durch eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden können.

Die wesentliche Leistung der Rechtsschutzversicherung besteht darin, dass verschiedene Kosten übernommen werden, die aufgrund eines Rechtsstreites entstanden sind, den der Versicherte mit einer anderen Partei führt. Es sind vor allen Dingen die folgenden Kostenarten, die über eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden können:

  • Anwaltshonorare
  • Gerichtskosten
  • Kosten für einen Sachverständigen
  • Kosten der Streitwertermittlung

Die Rechtsschutzversicherung wird sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich angeboten und insgesamt gibt es heutzutage mehr als fünf verschiedene Varianten, wobei bei der Rechtsschutzversicherung oftmals nach dem Baukastenprinzip vorgegangen wird. Dies bedeutet, der Versicherte kann sich seinen individuellen Schutz auf Basis verschiedener Bausteine zusammenstellen.

Themenübersicht zur Rechtsschutzversicherung

Die Leistungen der Rechtschutzversicherung

Die wesentliche Leistung bei einer jeden Rechtsschutzversicherung besteht darin, die Kosten zu übernehmen, die im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit entstehen können. Dabei handelt es sich in erster Linie um Anwaltskosten, denn kann der Rechtsstreit nicht zwischen den beiden Parteien geschichtet werden, ist der Gang zum Anwalt oftmals unvermeidlich. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass der Versicherte zunächst eine Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung einholen sollte, bevor er auf eigene Faust einen Anwalt aufsucht und bereits Kosten entstehen. Neben den Anwaltskosten sind es natürlich auch die Gerichtskosten, die stark ins Gewicht fallen können und von der Rechtsschutzversicherung übernommen werden. Ferner werden häufiger Gutachter bestellt, damit beispielsweise das Gericht eine Entscheidung fällen kann. Auch diese Kosten werden normalerweise vom Rechtsschutzversicherer getragen.

Wichtig ist im Bezug auf die Leistung zu beachten, dass heutzutage nahezu jede Rechtsschutzversicherung nur unter der Voraussetzung eine Deckungszusage geben wird, (also eine Leistung erbringen wird) dass der Rechtsstreit aus Sicht des Versicherers erfolgversprechend ist. Besteht hingegen beispielsweise nur eine Chance von zehn oder 20 Prozent, dass der Rechtsstreit gewonnen wird, so verweigern zahlreiche Versicherer mittlerweile eine Deckungszusage. Ist dies der Fall, müsste der Versicherte alle anfallenden Kosten aus der eigenen Tasche bezahlen.

Die verschiedenen Varianten / Bausteine der Rechtsschutzversicherung

Wie zuvor bereits kurz erwähnt, gibt es verschiedene Varianten der Rechtsschutzversicherung bzw. diverse Bausteine, die der Versicherte in den Vertrag integrieren kann. Im Bereich der Rechtsschutzversicherung für Privatkunden kommen in der Praxis in erster Linie die folgenden Bausteine fort:

Privat- und Familienrechtsschutz

Der Privat- und Familienrechtsschutz ist oftmals der Basisbaustein, den im Prinzip jede Rechtsschutzversicherung im privaten Bereich beinhaltet. Dieser Rechtsschutz erstreckt sich auf quasi alle Angelegenheiten, die sich im privaten Bereich ereignen und zu einem Rechtsstreit führen können. Ein Beispiel ist ein Erbfall, im Zuge dessen der Versicherte ein Miterbe ist und von einem anderen Miterben beispielsweise verklagt wird, dass eine bestimmte Leistung zu erbringen sei. Auch eventuelle Nachbarschaftsstreitigkeiten, die leider immer häufiger vor Gericht enden, fallen normalerweise in dem Bereich der Privat- und Familienrechtsschutzversicherung. In den meisten Fällen wird der Privat- und Familienrechtsschutz noch mit anderen Bausteinen kombiniert, da zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten im Bereich des Straßenverkehrs oder mit dem Arbeitgeber über diese Rechtsschutzversicherung nicht abgedeckt sind.

Verkehrsrechtsschutz

Statistisch betrachtet ereignen sich die meisten Rechtstreitigkeiten im Straßenverkehr, da es erwiesenermaßen so ist, dass die Verkehrsteilnehmer hier oftmals einfach „streitlustiger“ als im normalen privaten Bereich sind. Darüber hinaus gibt es besonders bei Verkehrsunfällen oftmals strittige Situationen und natürlich möchte sich kein Unfallteilnehmer ohne Weiteres schuldig bekennen, da Schäden in diesem Bereich oftmals nicht unerhebliche Beträge beinhalten.

Der klassische Fall, wann die Verkehrsrechtsschutzversicherung greift, ist zum Beispiel ein Verkehrsunfall, bei dem die Schuldfrage nicht eindeutig zu klären ist und beide Parteien der Meinung sind, die jeweils andere Partei hätte Schuld. In solchen Fällen wird der Streit mit großer Wahrscheinlichkeit vor Gericht enden, sodass zunächst Anwaltskosten und danach auch die Gerichtskosten anfallen werden. Darüber hinaus ist es gerade bei Streitigkeiten im Straßenverkehr so, dass oftmals ein Gutachter beauftragt wird, um den wahrscheinlichen Unfallhergang zu ermitteln und zu beurteilen, welche der Parteien schuldhaft gehandelt hat.

Berufsrechtsschutz / Arbeitsrechtsschutz

Nicht nur im Straßenverkehr nämlich Streitigkeiten zu, sondern es gibt leider auch immer häufiger Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber. Im Fokus stehen hier oftmals Kündigungen, die aus Sicht des ehemaligen Arbeitnehmers nicht gerechtfertigt sind, sodass es auch in diesem Bereich häufig zu einem Rechtsstreit kommen kann. Zuständig ist in diesem Fall die Berufsrechtschutz- bzw. Arbeitsrechtsschutzversicherung, falls der Verbraucher sich für einen solchen Baustein entschieden hat. In vielen Fällen wird die der Verkehrsrechtsschutz mit dem Privat- und Familienrechtsschutz kombiniert, sodass viele Versicherer diese verschiedenen Bausteine als eine Kombi-Versicherung bzw. direkt als speziellen Tarif im Angebot haben. Im Grunde deckt die Berufsrechtsschutzversicherung alle Kosten ab, die aufgrund eines Rechtsstreits zwischen dem Versicherten und dem Arbeitgeber entstehen können. Natürlich sollte auch hier zunächst die Deckungszusage abgewartet werden, bevor der Versicherte rechtliche Schritte unternimmt.

Mietrechtsschutz

Ein weiterer Teil des privaten Bereichs ist das Mietverhältnis, welches ebenfalls häufiger zu Streitigkeiten führen kann. Der Rechtsstreit wird dann zwischen dem Mieter und dem Vermieter ausgetragen und kann ganz unterschiedliche Gründe bzw. Ursachen haben. Auch bei derartigen Streitigkeiten, bei denen es zum Beispiel um die Kündigung der Wohnung oder darum gehen kann, dass der Vermieter die Mietkaution einbehalten will, weil er der Meinung ist, die Wohnung wäre beim Auszug des ehemaligen Mieters nicht in ordnungsgemäßem Zustand übergeben worden, tritt diese Form der Rechtschutzversicherung ein.

Vertragsrechtsschutz

Auch der sogenannte Vertragsrechtsschutz wird mittlerweile von diversen Versicherern als separater Baustein angeboten. In vielen privaten Bereichen werden heutzutage Verträge abgeschlossen, beispielsweise mit Banken, Mobilfunkunternehmen oder anderen Vertragspartnern. Nicht selten kommt es auch hier zu Streitigkeiten, wenn beispielsweise bestimmte Punkte in einem Vertrag nicht eindeutig geregelt sind oder nach Meinung einer der Vertragspartei in Teilen nicht gesetzeskonform ist. Mit dem Vertragsrechtsschutz kann sich der Verbraucher auch in diesem Bereich gegen eventuelle Kosten absichern, die aufgrund des Rechtsstreites anfallen können.

Rechtsschutzversicherung im gewerblichen Bereich

Die Rechtschutzversicherung wird nicht nur Privatpersonen und Verbrauchen angeboten, sondern auch für Gewerbetreibende gibt es verschiedene Varianten, die eine sinnvolle Absicherung bieten können. So bieten manche Versicherer in diesem Bereich zum Beispiel eine Firmen- bzw. Berufsrechtsschutzversicherung an. Die Berufsrechtschutzversicherung ist hier nicht mit dem zuvor erläuterten Baustein Berufsrechtsschutz (Arbeitsrechtsschutz) zu verwechseln, denn es handelt sich bei der Berufsrechtsschutzversicherung um eine spezielle Rechtsschutzversicherung für Selbstständige bzw. Freiberufler.

Bei der Firmen- bzw. Berufsrechtsschutzversicherung ist es so, dass solche Streitfälle abgesichert sind, die aufgrund der beruflichen Tätigkeit eines Selbstständigen bzw. Freiberuflers entstehen können. Solche Streitigkeiten entstehen meistens entweder mit Kunden oder Geschäftspartnern, wobei es die unterschiedlichsten Ursachen und Gründe für den Streit geben kann. Ansonsten funktioniert die Firmenrechtsschutzversicherung im Prinzip genauso wie die private Rechtsschutzversicherung, denn die Leistung besteht auch hier darin, dass die Kosten eines Rechtsstreits übernommen werden.

Die verschiedenen Rechtsschutzarten als Vertragsbestandteil

Im Zusammenhang mit der Rechtsschutzversicherung ist es sehr wichtig zu wissen, dass es verschiedene Rechtsarten gibt. Im deutschen Rechtssystem ist es nämlich so, dass verschiedene Rechtsarten existieren, die keineswegs automatisch Bestandteil einer jeden Rechtsschutzversicherung sind. Im Prinzip sollte der Verbraucher also bei jedem der zuvor angeführten Bausteine der Rechtsschutzversicherung prüfen, welche Rechtsarten jeweils Bestandteil des Vertrages und damit abgesichert sind. Die Folgen Rechtsarten sind in der Praxis am häufigsten von Bedeutung:

  • Strafrecht
  • Zivilrecht
  • Vertragsrecht
  • Steuerrecht
  • Verwaltungsrecht

Wie wichtig es ist, dass bei Vertragsabschluss darauf geachtet wird, dass auch die gewünschten Rechtsarten im Zuge der jeweiligen Rechtsschutzversicherung integriert sind, lässt sich gut an einem Beispiel verdeutlichen.

Wer zum Beispiel eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, der sollte darauf achten, dass von den Rechtsarten her nicht nur der Strafrechtsschutz und Rechtsschutz bei Ordnungswidrigkeiten besteht, sondern auch das Vertragsrecht sollte mit eingeschlossen ist. Warum ist dies wichtig? Falls der Versicherte beispielsweise an einem Verkehrsunfall beteiligt ist und aufgrund dieser Tatsache ein Rechtsstreit entsteht, so geht es in diesem Fall entweder um zivilrechtliche oder strafrechtliche Ansprüche der gegnerischen Partei. In beiden Fällen tritt die Rechtsschutzversicherung definitiv mit ihrer Leistung ein. Was aber passiert, wenn es im Zuge des Verkehrsrechts nicht um einen Verkehrsunfall geht, sondern um einen Streit, der wegen eines Autokaufs entsteht? Gibt es beispielsweise Meinungsverschiedenheiten, was den entsprechenden Kaufvertrag über das Auto angeht, so würde die Rechtsschutzversicherung in diesem Fall nur dann eintreten, wenn vertraglich vereinbart wurde, dass auch das Vertragsrecht Bestandteil der Versicherung ist.

Die verschiedenen Rechtsarten lassen sich im Prinzip bei jeder Form der Rechtsschutzversicherung integrieren, der Verbraucher muss eben nur darauf achten, dass die wichtigsten Rechtsakten auch wirklich Bestandteil des Vertrages sind.

Die Deckungssumme bei der Rechtschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt natürlich nicht immer sämtliche Kosten, die im Zuge eines Rechtsstreits entstehen können. Denn auch bei dieser Versicherung gibt es eine sogenannte Deckungssumme, die quasi die Obergrenze der Kosten darstellt, die vom Versicherer übernommen werden. Daher ist es wichtig, bei Abschluss des Vertrages darauf zu achten, eine ausreichend hohe Deckungssumme zu vereinbaren. Bei normalen Rechtstreitigkeiten ist es normalerweise ausreichend, wenn sich diese Deckungssumme im fünf- oder maximal sechsstelligen Bereich bewegt. Gewerbetreibende sollten bei dem Firmenrechtsschutz allerdings darauf achten, dass eine teilweise deutlich höhere Deckungssumme sinnvoll sein kann, wobei dies davon abhängig ist, in welchem Geschäftsbereich der Versicherte tätig ist und welche Streitwerte im Detail entstehen können.

Der Beitrag zur Rechtsschutzversicherung

Der Beitrag zur Rechtsschutzversicherung basiert in der Hauptsache darauf, für welche Bausteine sich der Versicherte entschieden hat. So ist eine reine Privat- und Familienrechtsschutzversicherung natürlich erheblich günstiger, als wenn zusätzlich auch noch die Bausteine Mietrechtschutz, Berufsrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz mit eingeschlossen werden. Der Verbraucher sollte sich also wirklich nur für die Bausteine entscheiden, die für ihn sinnvoll sind. So macht es beispielsweise für eine Immobilieneigentümer, der beispielsweise das eigene Einfamilienhaus bewohnt keinen Sinn, Mietrechtsschutz in den Vertrag zu integrieren.

Fazit zur Rechtsschutzversicherung

Ob eine Rechtschutzversicherung für sinnvoll erachtet wird oder nicht, muss im Prinzip jeder Verbraucher für sich selbst entscheiden. Zwar gehört die Rechtsschutzversicherung durchaus zu den wichtigen Versicherungen, aber auf der anderen Seite nicht zu den Versicherungsarten, die zwingend jedem Verbraucher zu empfehlen sind. Wenn man sich für eine Rechtsschutzversicherung entscheidet, dann sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die passenden Bausteine gewählt werden. Zudem sollten alle gewünschten Rechtsarten im Leistungsbereich enthalten sind.