Private Pflegeversicherung im Vergleich

Die Bürger in Deutschland werden im Durchschnitt immer älter, was zunächst einmal natürlich eine erfreuliche Entwicklung ist. Aufgrund des immer höheren Durchschnittsalters ist es allerdings auch so, dass eine zunehmende Anzahl von Bürgern pflegebedürftig wird. Es gibt zwar schon seit vielen Jahren die gesetzliche Pflegeversicherung, die für diesen Fall mit bestimmten Leistungen eintreten kann. Allerdings zeigt sich in der Praxis nur allzu häufig, dass die Pflegeversicherung bei Weitem nicht alle Kosten decken kann, die tatsächlich im Zusammenhang mit der Pflege auftreten. Aus diesem Grund gibt es schon seit geraumer Mahlzeit diverse Versicherer, die als Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung eine private Pflegeversicherung anbieten.

Themenübersicht zur privaten Pflegeversicherung

Verschiedene Formen der privaten Pflegeversicherung

Die private Pflegeversicherung wird von den Versicherern meistens in mehreren Varianten angeboten. Es gibt derzeit vier Varianten, zwischen denen sich der Verbraucher entscheiden kann, nämlich:

  • Pflegekostenversicherung
  • Pflegetagegeldversicherung
  • Pflege-Bahr-Variante
  • Pflegerentenversicherung

Die aufgeführten vier Varianten der Pflegeversicherung unterscheiden sich nicht nur vom Umfang der Leistungen, sondern auch von der Art, auf welche Weise der Versicherte eine Leistung erhält.

Die Pflegetagegeldversicherung

Bei der Pflegekostenversicherung handelt es sich im Prinzip um eine relativ veraltete Variante, die nur noch von ganz wenigen Versicherern angeboten und von Versicherten genutzt wird. Bei der Pflegekostenversicherung besteht die Leistung nämlich darin, dass anfallende Pflegekosten bis zu einer bestimmten Maximalgrenze übernommen werden. Der Versicherte erhält hier also kein Geld ausgezahlt, sondern es werden nur die Kosten erstattet, die tatsächlich nachgewiesen werden können. Aus diesem Grund gilt die Pflegekostenversicherung einerseits als relativ unflexibel, hat aber andererseits den Vorteil, dass es sich im Vergleich zu den drei anderen Varianten meistens um die günstigste Form der privaten Pflegeversicherung handelt.

Die Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung basiert auf einem anderen System und Prinzip als die Pflegekostenversicherung, denn bei der Pflegetagegeldversicherung ist es so, dass die versicherte Person im Falle der Pflegebedürftigkeit ein zuvor vereinbartes Pflegetagegeld ausgezahlt bekommt. Welche Pflegekosten in der Praxis tatsächlich auftreten, ist für diese Versicherung völlig unerheblich. Das Pflegetagegeld wird nämlich ab dem Zeitpunkt zahlt, ab dem die Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Was der Pflegebedürftige letztendlich mit dem ausgezahlten Pflegetagegeld macht, bleibt ihm selbst überlassen. Er kann das Pflegetagegeld also sowohl zur Deckung der Pflegekosten nutzen als sich davon zum Beispiel auch einen neuen Fernseher kaufen.

Der Pflege-Bahr

Beim Pflege-Bahr handelt es sich zunächst einmal um eine staatliche Förderung, die unter bestimmten Voraussetzungen an Versicherte gezahlt wird, die eine private Pflegeversicherung abgeschlossen haben. Bisher wird allerdings nur eine Variante der privaten Pflegeversicherung gefördert, nämlich die Pflegetagegeldversicherung. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und was das Pflege-Bahr im Einzelnen beinhaltet, wird an späterer Stelle noch näher erläutert.

Die Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung ist ein relativ neues Modell im Bereich der privaten Pflegeversicherung und funktioniert zwar ähnlich wie die Pflegetagegeldversicherung, wird von der meisten Experten jedoch als deutlich flexibler, aber auch teurer bezeichnet. Nach Ansicht vieler Fachleute ist die Pflegerentenversicherung durchaus eine gute Alternative zur Pflegetagegeldversicherung. Die Pflegerentenversicherung funktioniert nach dem Prinzip, dass im Pflegefall jeden Monat eine zuvor vereinbarte Summe gezahlt wird. Der Unterschied zur Pflegetagegeldversicherung besteht vor allem darin, dass Beiträge ruhen können und darüber hinaus auch Einmalzahlungen möglich sind. Ferner kann oftmals eine Dynamisierung der Leistungen vorgenommen werden.

Die Leistungen der privaten Pflegeversicherung

Welche Leistungen die private Pflegeversicherung erbringt, hängt zunächst einmal von der zuvor beschriebenen und gewählten Variante ab. So ist es bei der Pflegekostenversicherung beispielsweise so, dass die in der Praxis tatsächlich angefallenen Pflegekosten bis zu einem gewissen Höchstbetrag pro Monat bzw. pro Jahr vom Versicherer übernommen werden. Bei der Pflegetagegeldversicherung besteht die Leistung hingegen darin, dass ab Eintritt der Pflegebedürftigkeit bzw. ab einer bestimmten Pflegestufe, die ebenfalls vertraglich vereinbart wurde, die Zahlung eines monatlichen Pflegetagegeldes erfolgt. Ferner gibt es noch weitere Leistungen, die in den verschiedenen Tarifen enthalten sein können. Dazu gehört beispielsweise die Übernahme von Kosten, die für bestimmte Pflegemittel bzw. Pflegehilfen anfallen. Mitunter kann auch das Stellen von Haushaltshilfen bzw. Pflegehilfen vertraglich vereinbart werden, was allerdings mittlerweile nicht mehr häufig vorkommt.

Wie wird der Beitrag zur privaten Pflegeversicherung berechnet?

Unabhängig von der Variante der privaten Pflegeversicherung gibt es einige Faktoren, die sich grundsätzlich auf die Höhe des Beitrages auswirken. Wichtig ist zunächst aber zu erwähnen, dass die Höhe der Beiträge unabhängig vom Einkommen des jeweiligen Versicherers ist. Die Beitragshöhe richtet sich unter anderem danach, welche Leistungen im Einzelnen zwischen Versicherten und dem Versicherer vereinbart werden. Bei der Pflegetagegeldversicherung hängt die Beitragshöhe zum Beispiel vorrangig davon ab, wie hoch das Pflegetagegeld ist, welches im Leistungsfall monatlich gezahlt werden soll.

Zudem gibt es einige grundsätzliche Faktoren, die sich bei jeder Form der privaten Pflegeversicherung auf den Beitrag auswirken, wie zum Beispiel das Alter des Versicherungsnehmers bei Vertragsabschluss sowie dessen Gesundheitszustand. Ferner haben die verschiedenen Leistungen, die je nach Pflegestufe vereinbart werden können, natürlich einen Einfluss auf den Gesamtbeitrag. Je nachdem, wie diese Faktoren in der Praxis ausfallen, kostet eine private Pflegeversicherung einen Erwachsenen mittleren Alters derzeit zwischen durchschnittlich 15 und 30 Euro im Monat.

Pflege-Bahr als staatlich geförderte private Pflegeversicherung

Seit Beginn des Jahres 2013 leistet auch der Staat seinen finanziellen Beitrag dazu, wenn Verbraucher sich für den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung entscheiden. Diese Förderung funktioniert im Grunde ähnlich wie die bekannte Riester-Förderung und wird umgangssprachlich als Pflege-Bahr bezeichnet.

Das Pflege-Bahr beinhaltet, dass der Versicherte eine Zulage von jährlich 60 Euro erhält, falls er eine private Pflegeversicherung abgeschlossen hat und bestimmte Voraussetzungen erfüllen kann. Eine wichtige Voraussetzung besteht darin, dass der monatliche Beitrag zur gewählten Pflegetagegeldversicherung, die übrigens die einzige Variante ist, bei der die staatliche Förderung gezahlt wird, mindestens zehn Euro beträgt. Darüber hinaus muss vertraglich gewährleistet sein, dass beim Eintritt der Pflegebedürftigkeit und Eingruppierung in die Pflegestufe III mindestens eine monatliche Leistung von 600 Euro erbracht wird.

Die geförderte private Vorsorge hat aber keineswegs nur Vorteile, sondern es sollten auch einige Nachteile berücksichtigt werden, bevor man sich für eine private Pflegeversicherung entscheidet, die mit der staatlichen Förderung kombiniert wird. Ein großer Nachteil ist beispielsweise, dass die Leistungen beim Pflege-Bahr erst nach einer Wartezeit von fünf Jahren abgerufen werden können. Wer also beispielsweise heute eine private Pflegeversicherung, die durch das Pflege-Bahr gefördert wird, abschließt, und dann in drei Jahren pflegebedürftig wird, der erhält zu diesem Zeitpunkt noch keine Leistung. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Versicherte die Beiträge zur Pflegeversicherung auch dann weiterzahlen muss, wenn die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist.

Fazit zur privaten Pflegeversicherung

Die private Pflegeversicherung ist mittlerweile eine sehr wichtige Versicherung und den meisten Verbrauchern zu empfehlen. Gut überlegt sein will allerdings, ob man sich für eine Pflege-Bahr-Variante entscheidet, da es neben dem staatlichen Zuschuss auch Nachteile gibt. Grundsätzlich ist sicherlich die Pflegetagesgeldversicherung als solche die beste Variante, aber auch die Pflegerentenversicherung wird immer beliebter.