Private Krankenversicherung im Vergleich

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Wissenswertes zur privaten Krankenversicherung

Deutschland gehört zu den ganz wenigen Ländern weltweit, in denen es faktisch zwei Krankenversicherungssysteme gibt. Während die weitaus meisten Bürger im Zuge der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, nutzen demgegenüber aktuell rund neun Millionen Menschen die Möglichkeit, sich privat versichern zu können. Die große Differenz bezüglich der Mitgliedszahlen im jeweiligen Versicherungssystem kommt deshalb zustande, weil sich bei Weitem nicht jeder Bürger privat krankenversichern darf. Wer jedoch das Wahlrecht zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung hat, der sollte sich zunächst einmal umfassend über die PKV, wie die private Krankenversicherung auch bezeichnet wird, informieren.

Themenübersicht zur privaten Krankenversicherung

Wer darf sich privat krankenversichern?

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hat hierzulande nicht jeder Bürger die Möglichkeit, sich für eine private Krankenversicherung zu entscheiden. Zunächst einmal sind es Selbstständige, freiberuflich tätige Personen, Beamte sowie Studenten, die sich sowohl für die gesetzliche also für eine private Krankenversicherung entscheiden können. Das Wahlrecht steht diesen Personenkreisen vollkommen unabhängig von deren Einkommen zu.

Bei allen abhängig beschäftigten Personen, also bei Arbeitern und Angestellten, gilt erst einmal die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings haben auch Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich für die PKV zu entscheiden. Voraussetzung ist jedoch, dass das aktuelle Jahreseinkommen oberhalb der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese Versicherungspflichtgrenze wird jährlich angepasst und beträgt aktuell (2014) 53.550 Euro. Wer also in diesem Jahr ein Bruttoeinkommen von mindestens 53.550,01 Euro erzielt, der kann sich auch für eine private Krankenversicherung entscheiden.

Den folgenden Personenkreisen steht also zusammengefasst ein Wahlrecht zwischen der GKV sowie der PKV zur Verfügung:

  • Studenten
  • Beamte
  • Freiberufler
  • Selbstständige
  • Arbeitnehmer mit Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze
  • unter Umständen Kinder von privat Versicherten

Wie der Auflistung zu entnehmen ist, können unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kinder von privat Krankenversicherten über die PKV versichert werden. Meistens ist dies möglich, falls der Elternteil mit dem höheren Einkommen bereits privat krankenversichert ist. Erzielt hingegen das Familienmitglied das größte Einkommen, welches über die gesetzliche Krankenversicherung versichert ist, müssen die Kinder meistens auch gesetzlich krankenversichert werden.

Wie hoch ist der Beitrag zur PKV?

Gravierende Unterschiede gibt es zwischen der gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung im Bezug darauf, wie hoch der zu zahlenden Versicherungsbeitrag ist und auf welche Art und Weise dieser berechnet wird. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist es so, dass sämtliche gesetzliche Krankenkassen den gleichen Beitragssatz erheben. Bei der GKV wird der Beitrag ausschließlich auf Basis des Einkommens berechnet, welches der Versicherte erzielt. Dabei wird der Beitrag lediglich bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhoben, die aktuell (2014) bei 48.600 Euro im Jahr liegt.

Bei der privaten Krankenversicherung findet die Berechnung des Beitrages auf einer gänzlich anderen Basis statt. Das Einkommen spielt hier überhaupt keine Rolle, sondern die Höhe des zu zahlenden Versicherungsbeitrages hängt zunächst einmal vom gewählten Tarif, und somit von den vereinbarten Versicherungsleistungen ab. Darüber hinaus werden von den Krankenversicherern noch weitere Faktoren herangezogen, um die Höhe des Beitrags zu berechnen. Dazu gehört beispielsweise das Eintrittsalter des jeweiligen Versicherten, der Gesundheitszustand und auch der Beruf kann einen Einfluss auf die Beitragshöhe haben. Wer beispielsweise eine oder mehrere Vorerkrankungen hat, der kann davon ausgehen, dass er einen regelmäßigen Beitragsaufschlag zahlen muss, was bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht der Fall wäre. Auf Basis dieser Komponenten kann sich der Beitrag zur PKV zwischen unter 100 und über 500 Euro im Monat bewegen.

Die folgenden Faktoren haben demnach einen Einfluss auf die Höhe des Beitrages, der zur privaten Krankenrichtung zu zahlen ist:

  • Wahl des Tarifs / Leistungen
  • Eintrittsalter des Versicherten
  • Beruf / besondere Gesundheitsrisiken
  • Gesundheitszustand
  • Selbstbehalt

Neben dem bereits erläuterten Einflussfaktoren kann ein Selbstbehalt ebenfalls die Höhe des Beitrages beeinflussen. So bieten manche private Krankenversicherer an, dass der Versicherte beispielsweise einen Eigenanteil von jährlich 500 Euro übernimmt. Da also Behandlungskosten von jährlich bis zu 500 Euro vom Versicherten selbst getragen werden, führt dies zu einer regelmäßigen Reduzierung des Versicherungsbeitrages. Eine andere Variante besteht darin, dass der Versicherte eine anteilige Rückerstattung erhält, falls er die Krankenversicherung beispielsweise über ein Jahr hinweg nicht in Anspruch nimmt.

Welche Leistungen bietet die private Krankenversicherung?

Im Bezug auf die Leistungen gibt es einen weiteren großen Unterschied zwischen der gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung. Im Zuge der GKV gibt es einen sogenannten Leistungskatalog, sodass mehr als 90 Prozent aller Leistungen, welche die gesetzliche Krankenversicherung erbringen muss, für alle gesetzlichen Krankenkassen verbindlich festgelegt sind. Für die privaten Krankenkassen trifft dies nicht zu, denn hier kann jeder Krankenversicherung selbst festlegen, welche Leistungen im jeweiligen Tarif enthalten sind.

Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, kann sich also nicht darauf verlassen, dass er bestimmte Leistungen auf jeden Fall erhält, sondern man muss sich stets bezüglich des jeweiligen Tarifes genau informieren, welche Leistungen dieser beinhaltet. Grundsätzlich entscheiden sich die meisten Bürger deshalb für eine private Krankversicherung, weil diese in der Regel mehr Leistungen als die GKV anbieten kann. Für den sogenannten Basistarif, in dem sich meistens relativ einkommensschwache Personen versichern oder aufgrund von Nichtzahlung der Beiträge zwangsweise versichert werden, trifft dies allerdings beispielsweise nicht zu. Denn hier sind die Leistungen weitestgehend identisch mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei den meisten anderen PKV-Tarifen erhält der Versicherte allerdings im Vergleich zum Leistungskatalog der GKV weiterreichende Leistungen. Die folgenden Leistungen können im jeweiligen Tarif der privaten Krankenversicherungen enthalten sein:

  • Chefarztbehandlung
  • Ein- oder Zweibettzimmer bei stationären Behandlungen
  • Kostenübernahme bei Zahnersatz, auch bei hochwertigeren Materialien
  • Kostenübernahme bei kieferorthopädischen Behandlungen
  • Sehhilfen- und Hörgeräte werden erstattet
  • Kostenübernahme bei alternativen Behandlungsmethoden (z.B. Heilpraktiker)
  • zuzahlungsfreie Medikamente, Hilfsmittel, Massagen oder Physiotherapie
  • freie Wahl des Krankenhauses / der Klinik

Wie an den aufgezählten Leistungen zu erkennen ist, kann sich die private Krankensicherung in diesem Bereich durch den großen Vorteil auszeichnen, dass der Versicherte viele Leistungen individuell wählen kann, was bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht möglich ist. Darüber hinaus sind die einmal vereinbarten Leistungen lebenslang garantiert und können nicht – wie bei der GKV – ersatzlos gestrichen werden.

Leistungsvergleich unterschiedlicher PKV Tarife

Leistung
Basis
Komfort
Premium
Ambulante Leistungen
Allgemeine ambulante Leistungen
Behanldung durch Primärarzt
Behandlung durch Facharzt
Arznei- und Verbandmittel
Heilmittel (z.B. Massage, Logopädie, Ergotherapie, Krankengymnastik)
Hilfsmittel (z.B. Brille, Kontaktlinsen)
Heilpraktiker
Psychotherapie
Alternative Heilmethoden
Stationäre Leistungen
Allgemeine Krankenhausleistungen
Behandlungsleistungen
Unterkunft im Einbett-/Zweibettzimmer
Wahlärztliche Behandlung (Chefarzt)
Zahnleistungen
Zahnbehandlung
Zahnersatz
Inlays, Implantate, Kieferoerthopädie

Wie können Familienangehörige versichert werden?

Eine wichtige Frage im Bezug auf die private Krankenversicherung ist auch, auf welche Art und Weise Familienangehörige versichert werden können. In diesem Bereich hat die PKV in vielen Fällen im Gegensatz zur GKV einen Nachteil, nämlich die nicht vorhandene Familienversicherung. Während es im Zuge der gesetzlichen Krankenversicherung nämlich möglich ist, minderjährige Kinder und Ehepartner, die ein gewisses Monatseinkommen nicht überschreiten oder kein Einkommen erzielen, kostenlos beim Hauptversicherten mit zu versichern, gibt es diese Möglichkeit bei der privaten Krankenversicherung nicht.

Bei der privaten Krankenversicherung muss jede Person separat versichert werden, also auch eventuelle Ehepartner ohne Einkommen sowie die Kinder. Allerdings müssen Kinder einen wesentlich geringeren Beitrag als erwachsene Versicherte zahlen. Mitunter ist eine Versicherung eines Kindes in der privaten Krankenversicherung zu einem Beitrag von deutlich unter 100 Euro im Monat möglich.

Ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung möglich?

Wer sich einmal für eine private Krankenversicherung entschieden hat, der kann nicht ohne Weiteres (zurück) in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Eine Rückkehr in die GKV ist lediglich unter den folgenden Voraussetzungen möglich:

  • es tritt eine Versicherungspflicht ein, beispielsweise wenn bisher Selbstständige einer abhängigen Beschäftigung nachkommen oder das Einkommen eines Arbeitnehmers wieder unter die Versicherungspflichtgrenze fällt.
  • vor Eintritt der Versicherungspflicht war der bisher privat Krankenversicherte innerhalb der letzten fünf Jahre nicht gesetzlich krankenversichert.
  • der privat Krankenversicherte hat das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet

Es gibt also relativ strenge Kriterien, die ein privat Krankenversicherter erfüllen muss, um in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln zu können.

Können sich die Beiträge verändern?

Während die Leistungen, die im Zuge der privaten Krankenversicherung einmal vereinbart wurden, ohne Zustimmung des Versicherten nicht verändert werden können, trifft dies auf den zu zahlenden Beitrag nicht zu. Unter verschiedenen Voraussetzungen hat die private Krankenkasse nämlich durchaus das Recht, die Beiträge der Versicherten zu verändern. Eine Anhebung der Beiträge gibt es vor allen Dingen dann, wenn die gebildeten Altersrückstellungen und die regelmäßigen Versicherungsbeiträge nicht ausreichen, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Die folgenden Gründe können grundsätzlich zu einer Beitragsanhebung führen:

  • höhere Personal- oder Verwaltungskosten beim Versicherer
  • verminderte Beitragseinnahmen aufgrund von Abgängen
  • höhere Leistungskosten
  • Mehrkosten durch medizinischen Fortschritt (teurere Diagnosegeräte wie CT oder MRT)
  • veränderte Kapitalmarktzinsen
  • gesetzliche Eingriffe in die Beitragskalkulation
  • steigende Lebenserwartung

Für den Versicherten ist es wichtig zu wissen, dass eine Erhöhung der Beiträge automatisch ein Sonderkündigungsrecht nach sich zieht. Der Versicherte hat also die Möglichkeit, seinen Vertrag nach Ankündigung der Beitragserhöhung innerhalb einer Frist von meistens einem Monat außerordentlich zu kündigen.

Worum handelt es sich bei den Altersrückstellungen?

Ein ganz wichtiger Punkt sind im Zuge der privaten Krankenversicherung die sogenannten Altersrückstellungen. Die Altersrückstellungen, die übrigens gesetzlich vorgeschrieben sind, sollen verhindern, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung mit steigendem Alter immer höher werden. Daher sind diese Rückstellungen zu einem gewissen Anteil ab dem ersten Beitrag im jeweiligen Gesamtbetrag enthalten.

Die meisten privaten Krankenversicherer geben ihren Versicherten zudem die Möglichkeit, einen zusätzlichen freiwilligen Altersrückstellungsbetrag zu zahlen, welcher der Beitragsentlastung im Alter dienen soll. Im optimalen Fall ist es also, dass der Versicherungsbeitrag aufgrund der gebildeten Altersrückstellungen mit zunehmendem Alter nicht markant erhöht. Leider ist es in der Praxis allerdings häufig der Fall, dass sich die Beiträge zur privaten Krankenversicherung spätestens ab dem Rentenalter deutlich erhöhen.

Gibt es in der PKV eine Beitragsrückerstattung?

Viele private Krankenversicherer bieten ihren Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen eine Beitragsrückerstattung an. In der Regel wird dabei ein bereits gezahlter Monatsbeitrag anteilig zurückerstattet, falls der Versicherte bestimmte Leistungen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes nicht beansprucht hat. In der Praxis gibt es in diesem Bereich aktuell im Wesentlichen die folgenden drei Rückerstattungssysteme:

Pauschalleistung

Je nachdem, wie lange der Versicherte keine Leistungen in Anspruch nimmt, wird ein vertraglich zugesagter Beitrag an den Versicherten zurückerstattet. Diese pauschale Leistung ist in aller Regel unabhängig vom Geschäftserfolg des jeweiligen Versicherers.

Erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung

Die Beitragsrückerstattung ist aus Sicht des Versicherers freiwillig und hängt davon ab, welchen Geschäftserfolg dieser im vorangegangenen Geschäftsjahr erzielen konnte. Die Höhe der Rückerstattung wird daher jährlich neu festgelegt.

Rabatt bei Leistungsfreiheit

Diese Form der Beitragsrückerstattung kann sehr gut mit dem aus der Autoversicherung bekannten Schadenfreiheitsrabatt verglichen werden. In diesem Fall erhält der Versicherte nämlich einen Teil seiner Beiträge unter der Voraussetzung erstattet, dass er über einen gewissen Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen hat. Auf diesem Wege können durchaus Beitragsrückerstattungen von bis zu 50 Prozent erzielt werden.

Die Vor- und Nachteile der privaten Krankenversicherung im Vergleich

Alle Personen, die sich zwischen GKV und einer privaten Krankenversicherung entscheiden können, sollten sich zunächst über die Vor- und Nachteile der privaten Krankenversicherung informieren, die im Folgenden noch einmal übersichtlich aufgeführt werden.

Vorteile der PKV

  • Beitrag unabhängig vom Einkommen
  • individuelle Leistungen
  • verschiedene Tarife zur Auswahl
  • oftmals deutlich mehr Leistungen als in der GKV
  • günstige Versicherung für Kinder und Studenten
  • Beitragsrückerstattungen möglich
  • lebenslang garantierte Leistungen
  • meistens deutlich schnellere Termine beim Facharzt
  • oftmals intensivere Diagnostik bei Privatversicherten

Nachteile der PKV

  • keine Familienversicherung möglich
  • Vorerkrankungen führen zu einem Beitragsaufschlag
  • Rückkehr in die GKV eher selten möglich
  • häufig (deutlich) steigende Beiträge im Alter
  • Beiträge können jederzeit erhöht werden
  • alle im Vertrag nicht fixierten Leistungen werden auch nicht erbracht