Kreditkarten im Vergleich

Wissenswertes zur Kreditkarte

Die Kreditkarte galt bis vor etwa zehn Jahren noch als ein Bankprodukt, welches in erster Linie gutbetuchte und vermögende Privatkunden sowie Geschäftskunden erhalten konnten. Schon seit geraumer Zeit ist die Kreditkarte jedoch ein Produkt für jedermann geworden, was sich auch daran zeigt, dass es in Deutschland mittlerweile deutlich mehr als 20 Millionen Kreditkarten sind, die sich im Umlauf befinden. Es handelt sich bei der Kreditkarte um eine spezielle Kundenkarte, die mit einem integrierten Kreditrahmen ausgestattet sein kann, aber nicht zwangsläufig sein muss.

Mittlerweile werden zahlreiche unterschiedliche Kreditkartenvarianten am Markt angeboten und es sind nicht zwangsläufig nur Banken, die den Kunden eine Kreditkarte zur Verfügung stellen. Mittlerweile bieten nämlich auch große Unternehmen Kreditkarten an, was dann meistens in Kooperation mit einer bestimmten Bank geschieht. Weltweit gibt es mehrere große Kreditkartenemittenten, wobei die folgenden Unternehmen zu den Marktführern gehören:

  • VISA
  • Mastercard
  • American Express
  • Diners Club

Diese genannten und anderen Unternehmen sind es, welche die Kreditkarten herstellen und teilweise auch ausgeben, und werden daher als Kreditkartenemittenten bezeichnet. Je nach Kreditkartenemittent vertreibt dieser seine Produkte selbst oder überlässt dies Banken und anderen Unternehmen, die entsprechenden Kreditkarten dann an ihre Kunden weitergeben. Sowohl bei VISA als auch bei Mastercard sind es zum Beispiel in erster Linie die Kreditinstitute, welche die Kreditkarten im wahrsten Sinne des Wortes an den Mann bringen. Bei American Express ist es hingegen beispielsweise so, dass das Unternehmen seine Kreditkarten weitestgehend selbst vertreibt.

Themenübersicht zur Kreditkarte

Die Funktionsweise einer Kreditkarte

Auch wenn es sich für manche Verbraucher bei einer Kreditkarte um ein relativ undurchsichtiges Produkt handeln mag, so ist die Funktionsweise dennoch relativ einfach verständlich. Wichtig zu verstehen ist, dass sich die Kreditkarte immer auf ein Girokonto bezieht, welches quasi auch als Verrechnungskonto dient. Vom Girokonto zu unterscheiden ist das Kreditkartenkonto, bei dem es sich um ein spezielles Konto handelt, über das die Umsätze verrechnet werden, die mit der Kreditkarte gemacht werden. Bezahlt ein Verbraucher also beispielsweise mit seiner Kreditkarte in der Tankstelle die letzte Tankfüllung, zu erstellt der Tankstellenbetreiber automatisch eine Abrechnung, die an das Kreditkartenunternehmen – natürlich auf elektronischem Wege – weitergeleitet wird. Anschließend wird das Kreditkartenkonto des Kunden mit diesem Betrag belastet und je nach Abrechnungsvariante wird der offene Gesamtsaldo, beispielsweise eines Monats, vom Girokonto des Kunden abgebucht.

Die verschiedenen Abrechnungsvarianten

Kreditkarten werden nicht nur von den Leistungen her in ganz unterschiedlichen Varianten angeboten, sondern auch was die Form der Abrechnung angeht, gibt es unterschiedliche Versionen. In der Praxis sind es in erster Linie vier Abrechnungsarten, nach denen man die vielen Kreditkarten unterscheiden kann, die am Markt von den Banken angeboten werden:

  • Debit-Card
  • Credit-Card
  • Prepaid-Card
  • Charge-Card

Die in Deutschland am häufigsten genutzte Abrechnungsvariante wird als Charge-Card bezeichnet. Kennzeichnend für diese Abrechnungsvariante ist, dass der Kunde zunächst einmal zahlreiche Verfügungen mittels der Kreditkarte vornehmen kann, bevor eine Abrechnung erstellt wird. Es werden also beispielsweise alle Kartenumsätze eines Monats gesammelt und dann im Zuge der einmal monatlich erstellten Rechnung zusammengefasst und dem entsprechenden Verrechnungskonto belastet. Bei dieser Abrechnungsvariante erhält der Kreditkarteninhaber also indirekt einen Kredit, da die Verfügung mittels der Kreditkarte nicht sofort belastet werden, sondern teilweise erst nach drei, vier oder fünf Wochen.

Eine weitere Abrechnungsvariante ist deutlich seltener, nämlich die Debit-Card. Die Abrechnung erfolgt hier im Prinzip wie bei einer MaestroCard, also wie bei einer normalen Kundenkarte, die der Bankkunde zusammen Girokonto erhält. Mittels der Kreditkarte durchgeführte Transaktion werden in diesem Fall nämlich umgehend dem Kreditkartenkonto bzw. dem Girokonto belastet, sodass meistens weniger als vier Tage zwischen Verfügung und Belastung des Kontos vergehen.

Die dritte Abrechnungsvariante ist die Credit-Card, die auch als „echte“ Kreditkarte bezeichnet wird. Hier wird dem Kunden ein Kreditlimit zur Verfügung gestellt, welches er bis zu dieser vereinbarten Grenze uneingeschränkt nutzen kann. Es erfolgt hier meistens keine monatliche Abrechnung, sondern die Rückführung des in Anspruch genommenen Limits muss erst dann erfolgen, wenn die Höchstgrenze erreicht ist und der Kunde die Kreditkarte weiter nutzen möchte. Mitunter wird aber auch eine monatliche Mindestrückführung vereinbart, die beispielsweise zehn oder 15 Prozent des offenen Betrages beinhalten kann.

Die neueste Form der Kreditkartenabrechnung ist die sogenannte Prepaid-Card. Hier handelt es sich deshalb nicht um eine „echte“ Kreditkarte, weil der Kunde kein Kreditlimit eingeräumt bekommt, sondern Verfügungen mittels der Kreditkarte können ausschließlich auf Basis eines bestehenden Guthabens erfolgen. Die Abrechnung erfolgt hier also sehr direkt, denn alle getätigten Verfügungen werden sofort mit dem vorhandenen Guthaben verrechnet.

Die Leistungen der Kreditkarte

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den vielen Kreditkartenvarianten, die am Markt angeboten werden, sind die enthaltenen Leistungen. Auf Basis der Leistungen werden auch die verschiedenen Kreditkartenarten unterschieden, auf die im Folgenden noch näher eingegangen wird. Zwei wesentliche Leistungen sind es, die absolut jede Kreditkarte beinhaltet. So kann der Kunde mit der Kreditkarte einerseits sowohl in Geschäften als auch im Internet bargeldlos zahlen und hat zum anderen die Möglichkeit, sich an autorisierten Geldautomaten mit der Kreditkarte dementsprechend mit Bargeld zu versorgen. Alle weiteren Leistungen, die eine Kreditkarte ebenfalls beinhalten kann, sind nicht zwingend bei jeder Kartenvariante vorhanden. Zu den weiteren Leistungen, die viele Kreditkarten ebenfalls automatisch integriert haben, gehören vor allem:

  • Reiseversicherungen
  • 24-Stunden-Telefon-Kundenservice
  • Teilnahme an Bonusprogrammen
  • Rabatte bei bestimmten Anbietern
  • VIP-Services

Welche Leistungen der Kunde von seiner Kreditkarte erwartet, bestimmt in erster Linie auch die Wahl der entsprechenden Karte. Neben den bereits erwähnten Hauptleistungen, die mit jeder Kreditkarte in Anspruch genommen werden können, nutzen viele Verbraucher die Kreditkarte beispielsweise auf Urlaubs- oder Geschäftsreisen. In diesem Fall finden es viele Karteninhaber wünschenswert, dass die Kreditkarte automatisch einige Reiseversicherungen beinhaltet. Es handelt sich dabei beispielsweise um Reiserücktrittsversicherungen, Auslandsreise-Krankenversicherungen oder Reisegepäckversicherungen.

Neben den Reiseversicherungen beinhalten viele Kreditkarten auch als weitere Leistungen, dass der Kunde an einem Bonusprogramm teilnehmen kann. Wird beispielsweise bei bestimmten Unternehmen mit der Kreditkarte bezahlt, so erhält der Karteninhaber Bonuspunkte gutgeschrieben, die später in Prämien oder andere Belohnungen eingetauscht werden können. Typische Programme sind hier beispielsweise Hotel-Programme oder Flugmeilen, die sich der Kunde durch die Nutzung seiner Kreditkarte „erarbeiten“ kann.

Eine weitere Leistung, die in der jüngeren Vergangenheit bei immer mehr Kreditkarten integriert ist, sind Rabatte, falls der Kunde bei bestimmten Kooperationspartnern zahlt. Dies ist insbesondere bei den sogenannten Branding-Cards der Fall. Bei einer Branding-Card handelte sich um eine Kreditkarte, die von einem bestimmten Unternehmen ausgegeben wird, und zwar in Zusammenarbeit mit einer Bank. Der Kunde erhält dann bei diesem Unternehmen, beispielsweise bei der Lufthansa, bestimmte Rabatte auf verschiedene Leistungen.

Manche Kunden erwarten von ihrer Kreditkarte noch weiterreichende Leistungen, wie zum Beispiel einen speziellen VIP-Service. Insbesondere die sogenannten High-Premium-Kreditkarten sind mit solchen Leistungen ausgestattet. Der Kunde erhält dann beispielsweise Zutritt zu speziellen VIP-Bereichen in Flughäfen oder an anderen Orten oder er kann den Service nutzen, beispielsweise Eintrittskarten zu besonders gefragten Veranstaltungen bevorzugt ordern zu können.

Die verschiedenen Kartenvarianten

Die Banken bieten heute meistens unterschiedliche Kreditkartenvarianten an, die sich nicht nur hinsichtlich der bereits erwähnten Abrechnungsmethode unterscheiden, sondern vor allen Dingen auch bezüglich der entstehenden Kosten sowie der Leistungen, die in der Kreditkarte integriert sind. Es wird in diesem Bereich vor allem zwischen drei Kreditkartenvarianten unterschieden:

  • Standard- bzw. Classic-Kreditkarte
  • Premium-Kreditkarte
  • Prepaid-Kreditkarte

Die Standard-Kreditkarte, die je nach Kreditkartengesellschaft auch als Classic-Card bezeichnet wird, enthält in aller Regel nur die Basisleistungen, dies es bei jeder Kreditkarte gibt. Mit solchen Standard- bzw. Classic-Cards können die Kunden somit in Geschäften sowie im Internet zahlen und sich am Geldautomaten mit dem entsprechenden Bargeld versorgen. Weitergehende Leistungen, wie zum Beispiel Reiseversicherungen oder bestimmte Services, sind bei diesen Standard-Kreditkarten normalerweise nicht enthalten.

Wer etwas mehr Leistungen von seiner Kreditkarte erwartet, der entscheidet sich meistens für eine sogenannte Premium-Card. Diese Premium-Cards werden je nach Kreditkartengesellschaft beispielsweise unter der Bezeichnung Gold-Card, Platinum-Card oder Black-Card angeboten. Solche Premium-Kreditkarten enthalten immer über die normalen Leistungen hinausgehende Merkmale. So sind die Premium-Kreditkarten beispielsweise mit Reiseversicherungen, VIP-Services oder Bonusprogrammen ausgestattet.

Insbesondere in den letzten Jahren bietet fast jede Bank mittlerweile auch eine Prepaid-Kreditkarte an. Der Vorteil der Prepaid-Kreditkarte ist unter anderem der, dass diese auch von Minderjährigen und Personen mit einer geringen Bonität genutzt werden kann, da eine Überziehung des Kreditkartenkontos nicht möglich ist. Der Karteninhaber kann also keine Schulden machen und profitiert in vielen Fällen davon, dass es eine gute Kostenkontrolle gibt. Was die Leistung angeht, so beinhalten die meisten Prepaid-Kreditkarten auch nur die üblichen Standardleistungen, also das Zahlen in Geschäften sowie im Internet.

Die Kosten einer Kreditkarte

Neben der Abrechnungsvariante und den Leistungsmerkmalen sind es vor allen Dingen die Kosten, die bei der Wahl der passenden Kreditkarte und dem Vergleich der Anbieter ausschlaggebend sind. Bezüglich der Kreditkartenkosten muss zwischen zwei Kostenarten unterschieden werden, nämlich zum einen zwischen der jährlichen Kartengebühr sowie zum anderen zwischen den Nutzungsgebühren, die immer dann anfallen können, wenn mittels der Kreditkarte eine Transaktion durchgeführt wird.

Was die jährliche Grundgebühr angeht, so richtet sich diese in erster Linie danach, um welche Kreditkarte es sich handelt. Bei den Standard- bzw. Classic-Cards ist es häufig so, dass die Banken diese Kreditkarten ohne Jahresgebühr anbieten. Ähnliches trifft auch auf die Prepaid-Kreditkarte zu, wobei der Anteil derjenigen Banken, die hier eine jährliche Gebühr von beispielsweise zehn oder 20 Euro verlangen, etwas höher als bei den Standard-Cards ist. Nahezu immer müssen Kunden Jahresgebühren zahlen, falls Sie sich für eine Premium-Kreditkarte entscheiden. Je nach Anbieter und Leistungsinhalt können sich die Jahresgebühren hier durchaus in einen Rahmen zwischen 40 und 150 Euro bewegen.

Neben den Jahresgebühren sind es vor allen Dingen die sogenannten Transaktionskosten, die bei der Nutzung der Kreditkarte beachtet werden sollten. Wird die Kreditkarte im Inland oder auch im europäischen Ausland eingesetzt, so ist das Bezahlen in Geschäften oder an anderen Orten meistens mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Lediglich dann, wenn in einer fremden Währung gezahlt wird oder Bargeld verfügt wird, fallen in aller Regel zusätzliche Kosten an. Auf diese Kosten sollten insgesamt betrachtet vor allen Dingen Kunden achten, welche die Kreditkarte häufig auch im außereuropäischen Ausland einsetzen möchten. Denn immer wenn eine fremde Währung im Spiel ist, kann davon ausgegangen werden, dass zusätzliches Kosten anfallen werden. Diese können sich je nach Art der Transaktion durchaus im Rahmen zwischen ein und fünf Prozent (auf Basis der Verfügungssumme) bewegen.

Das Fazit zur Kreditkarte

Die Kreditkarte ist heutzutage ein Zahlungsmittel, welches von vielen Millionen Bankkunden genutzt wird. Die Kreditkarte gilt als äußerst flexibel, denn der Karteninhaber kann sich damit weltweit mit Bargeld versorgen und an mittlerweile über 30 Millionen Akzeptanzstellen auf dem gesamten Globus bargeldlos zahlen. Auch die Zahlung im Internet wird heute in vielen Bereichen fast ausschließlich mit der Kreditkarte vorgenommen. Da es zahlreiche Kreditkartenvarianten mit unterschiedlichen Leistungen gibt, ist die Auswahl in diesem Bereich so groß, dass im Prinzip jeder Bankkunde die für ihn geeignete und optimal passende Kreditkarte finden sollte.