Hausratversicherung im Vergleich

Wissenswertes zur Hausratversicherung

Nach der Privathaftpflichtversicherung gehört die Hausratversicherung zu den am meisten genutzten Versicherungen in Deutschland, die im privaten Bereich abgeschlossen werden. Die Hausratversicherung ist aber nicht nur eine häufig genutzte private Versicherung, sondern gleichzeitig auch eine der wichtigsten Versicherungen, die am Markt angeboten werden. Da nahezu jeder Bürger in einem Haus oder einer Wohnung lebt, sei es als Eigentümer oder zur Miete, ist die Hausratversicherung im Prinzip auch jedem Verbraucher mit eigenem Hausstand zu empfehlen.

Durch die Hausratversicherung kann der gesamte Hausrat des Verbrauchers gegen etwaige Schäden abgesichert werden. Da der Begriff Hausrat vielleicht für manche Personen etwas abstrakt klingen mag bzw. man sich eventuell nicht direkt vorstellen kann, was genau mit dem Hausrat gemeint ist, soll die Bezeichnung an dieser Stelle kurz etwas näher erläutert werden. Unter dem Hausrat werden im Grunde alle Sachwerte und Gegenstände verstanden, die sich für gewöhnlich innerhalb eines geschlossenen Wohnraums befinden. Dazu gehören im Wesentlichen unter anderem die folgenden Güter:

  • gesamte Wohnungseinrichtung (Möbel, Gemälde, Teppiche)
  • Bekleidung
  • Mediengeräte (Fernseher, PC, Stereoanlage)
  • Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Herd, Waschmaschine et cetera)
  • Wäsche
  • Gardinen
  • Nahrungsmittel
  • Wertgegenstände (Schmuck, Bargeld etc.)

Bei den Wertgegenständen ist jedoch zu beachten, dass diese meistens nur bis zu 20 Prozent des gesamten Versicherungswertes versichert sind.

Themenübersicht zur Hausratversicherung

Die Leistungen der Hausratversicherung

Die wesentliche Leistung der Hausratversicherung besteht darin, nach einem Schaden den Werte des beschädigten oder zerstörten Gegenstandes, der ein Teil des Hausrates war, zu ersetzen. In dem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass es sich bei der Hausratversicherung um eine sogenannte Neuwertversicherung handelt. Wird also beispielsweise der Wohnzimmerschrank bei einem Brand zerstört, so entsetzt die Versicherung nicht nur den aktuellen Zeitwert des Schrankes, sondern es wird der Betrag erstattet, den der Versicherte aufwenden müsste, um den Schrank in neuwertigem Zustand zu erwerben. Die Leistungen der Hausratversicherung sind allerdings begrenzt, und zwar auf die Versicherungssumme. Gerade bei der Hausratversicherung spielt die Wahl der passenden Versicherungssumme eine ganz wichtige Rolle, da es in der Praxis relativ schnell zu Unterversicherung kommen kann.

Welche Versicherungssumme sollte gewählt werden?

Die Wahl der richtigen Versicherungssumme ist im Zuge der Hausratversicherung nicht ganz so einfach, denn Untersuchungen zufolge sind es nicht wenige Verbraucher, die den Wert ihres Hausrates schlichtweg als zu gering einschätzen. Tatsächlich können sich viele Verbraucher gar nicht vorstellen, dass alle Gegenstände, die sich in ihrem Haus oder ihrer Wohnung befinden, zusammen ein Wert von einigen Zehntausend Euro haben können. Tatsächlich ist es jedoch so, dass der durchschnittliche Gesamtwert des Hausrates in Deutschland bei mehr als 40.000 Euro liegt.

Damit der Versicherte nicht jeden einzelnen Gegenstand separat bewerten und daraus die Gesamtsumme bilden muss, die im Zuge der Hausratversicherung dann die Versicherungssumme darstellen würde, bieten die meisten Versicherer an, unter bestimmten Voraussetzungen auf die mögliche Einrede Unterversicherung zu verzichten. Diese Voraussetzung besteht darin, dass der Versicherer sich für eine Versicherungssumme entscheidet, die auf Basis eines Betrages von 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche berechnet wird. Wer also beispielsweise in einem Haus mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern wohnt, der müsste in diesem Fall eine Versicherungssumme von 65.000 Euro wählen und könnte sich dann darauf verlassen, dass im Schadensfall keine Unterversicherung gibt, selbst wenn der Hausrat in der Summe vielleicht einen Wert von 80.000 Euro hat.

Die Gefahr der Unterversicherung

Eine zu geringe Versicherungssumme zu wählen und damit unterversichert zu sein, kann im Schadenfall unangenehme Konsequenzen haben. Es ist nämlich in der Praxis so, dass entstandene Schäden, die unterhalb der Versicherungssumme liegen, beim Vorliegen einer Unterversicherung nur teilweise reguliert werden. Was bedeutet das konkret? Angenommen, der Hausrat ist mit einem Betrag von 50.000 Euro versichert, hat aber einen tatsächlichen Wert von 75.000 Euro. In diesem Fall bestünde demnach eine Unterversicherung von rund 33 Prozent. Würde nun ein Schaden auftreten, der sich auf 10.000 Euro beläuft, so würde der Versicherer diesen nicht komplett ersetzt bekommen, auch wenn sich die 10.000 Euro natürlich deutlich unterhalb der gewählten Versicherungssumme von 50.000 Euro belaufen. Stattdessen würde die Versicherungsgesellschaft ein Drittel des Schadens abziehen, sodass in diesem Fall nur rund 6.600 Euro ersetzt würden.

Welche Schadensursachen sind versichert?

Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Schadensursachen, die über die Hausratversicherung abgesichert werden können. Darunter fallen fast alle typischen Schäden, die sich am Hausrat durch diverse Ursachen ereignen können. Zu den typischen Schadensursachen zählen:

  • Feuer (Brand)
  • Wasserrohrbruch
  • Explosion
  • Hagel
  • Sturm
  • Einbruchdiebstahl
  • Vandalismus
  • Überspannungsschäden
  • Fahrraddiebstahl
  • Glasbruchschäden

Die weitaus meisten dieser aufgeführten Schadensursachen sind in jeder Hausratversicherung enthalten. Manche der genannten Schadensursachen müssen allerdings auch separat mit in den Vertrag aufgenommen werden, wie zum Beispiel Glasbruchschäden. Diese Schäden sind nicht immer automatisch ein Vertragsbestandteil, sodass sich der Versicherte entscheiden muss, ob er diese Schadensursache separat versichern möchte. Ähnliches gilt auch für Überspannungsschäden, die in erster Linie dadurch resultieren, dass es einen Kurzschluss gibt, der zu Schäden an elektronischen Geräten führt.

Bei den Überspannungsschäden ist es wichtig zu unterscheiden, ob diese durch einen direkten Blitzeinschlag hervorgerufen wurden oder indirekt durch einen Kurzschluss, der eine andere Ursache hatte. Ist der Schaden nämlich durch einen direkten Blitzeinschlag entstanden, so wird jede Hausratversicherung die Regulierung übernehmen. Sollte die Überspannung hingegen andere Ursachen haben, so kommt es darauf an, ob der Versicherte Überspannungsschäden explizit mit in den Vertrag hat aufnehmen lassen. Der Diebstahl von Fahrrädern ist ebenfalls nahezu jeder Hausratversicherung automatisch integriert. Voraussetzung ist jedoch, dass das Fahrrad abgeschlossen wurde und sich innerhalb eines geschlossenen Raumes befunden hat.

Brauchen auch Immobilieneigentümer eine Hausratversicherung?

Mitunter wird durchaus der Anschein erweckt, als wenn eine Hausratversicherung ausschließlich für Mieter einer Wohnung bzw. eines Hauses wichtig wäre. Dies ist jedoch keineswegs so, denn natürlich benötigen auch Immobilieneigentümer eine Hausratversicherung. In dem Zusammenhang wird oftmals fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Eigentümer einer Immobilie diese Versicherung nicht benötigen, da sie bereits eine Wohngebäudeversicherung besitzen. Tatsächlich sichern Wohngebäude- und Hausratversicherung jedoch zwei ganz unterschiedliche Risiken ab.

Bei der Wohngebäudeversicherung ist es nämlich so, dass diese ausschließlich solche Schäden abgesichert, die am Gebäude selbst entstanden sind. Dabei handelt es sich in der Praxis beispielsweise um Schäden durch Sturm oder Hagel, die zu einem Gebäudeschaden führen. Die Hausratversicherung ist hingegen für solche Schäden zuständig, die sich quasi im Inneren des Hauses am Mobiliar oder sonstigen Sachwerten ereignen. Demzufolge benötigt der Hauseigentümer natürlich neben der Wohngebäudeversicherung in jedem Fall auch einer Hausratversicherung. Der Mieter hingegen benötigt ausschließlich die Hausratversicherung, da in diesem Fall der Vermieter für die Wohngebäudeversicherung zuständig ist.

Die Beiträge zur Hausratversicherung

Die Beiträge zur Hausratversicherung basieren in erster Linie darauf, wie hoch die gewählte Versicherungssumme ist. Der Wert des Hausrates spielt also die größte Rolle, wenn es um die Festsetzung des Beitrages geht. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Faktoren, die den Beitrag beeinflussen können. Dies sind beispielsweise die folgenden Merkmale:

  • Bauart des Hauses
  • Anzahl der Wohnungseinheiten
  • Ein- oder Mehrfamilienhaus
  • Lage / Region
  • Größe der Wohnung

Die Bauart des Hauses hat beispielsweise deshalb einen Einfluss auf die Beitragshöhe, weil es beispielsweise bei Massivbauhäusern aus Stein bzw. Beton natürlich seltener zu schweren Bränden kommt, als beispielsweise bei Holzhäusern der Fall ist. Die Lage des Hauses kann hingegen deshalb eine Rolle spielen, weil es statistisch so ist, dass in manchen Regionen deutlich häufiger als in anderen Gebieten eingebrochen wird und somit das Schadensrisiko für den Versicherer in solchen Regionen höher ist.

Fazit zur Hausratversicherung

Die Hausratversicherung zählt zu den wichtigsten privaten Versicherungen in Deutschland, sodass im Grunde jeder Bürger mit eigenem Hausrat eine solche Versicherung haben sollte. Wichtig zu beachten ist, dass die Versicherung sich stets auf eine Wohnung bzw. ein Haus und nicht auf einen Versicherten bezieht. Wohnt also beispielsweise eine Familie mit Kindern in einem Haus, so muss nicht die einzelne Person versichert werden, sondern der Hausrat als Ganzes. Die Hausratversicherung gilt übrigens nicht nur im Bereich der eigenen Wohnung, sondern normalerweise sind auch Sachwerte versichert, die man zum Beispiel im Zuge einer Urlaubsreise mitnimmt und die deshalb vorübergehend in einem fremden Haus oder einer fremden Wohnung untergebracht sind. Allerdings erstreckt sich dieser Schutz meistens nur auf einen Zeitraum von maximal zwei Monaten.