Girokonto im Vergleich

Wissenswertes zum Girokonto

Das Girokonto ist heutzutage sicherlich nicht nur das am häufigsten genutzte, sondern gleichzeitig auch das wichtigste Bankprodukt. Kamen Kinder und Jugendliche zu früheren Zeiten erstmalig mit einem Sparbuch als erstes Bankkonto in Berührung, so ist es heutzutage häufig das Girokonto, welches beispielsweise bereits im Alter von 12 oder 14 Jahren als Taschengeldkonto genutzt wird. Diese große Bedeutung des Girokontos setzt sich auch im späteren Kundenalter fort, sodass es nicht verwunderlich ist, dass mittlerweile mehr als 90 Prozent aller Bürger in Deutschland ein solches Bankkonto besitzen. Das Girokonto fällt in den Bereich des Zahlungsverkehrs, denn die wesentliche Aufgabe dieses Bankkontos besteht darin, dass der Kunde den gesamten Zahlungsverkehr abwickeln kann.

Es handelt sich bei dem Girokonto um eines der ganz wenigen Bankkonten, die vom Grundsatz her sowohl im Soll als auch im Haben geführt werden können. Kontoguthaben sind beim Girokonto also genauso möglich wie Überziehungen. Da nahezu jede Universalbank mindestens ein Girokontomodell anbietet, ist es für die Kunden sehr wichtig, vor der Wahl der Bank zunächst einen Girokontovergleich durchzuführen. Bei einem solchen Vergleich sollte möglichst auf alle Merkmale geachtet werden, durch die sich ein Girokonto auszeichnen kann. Dabei gibt es einige wichtige Kondition und Eigenschaften, auf die Kunden bei der Wahl des Girokontos achten sollten.

Themenübersicht zum Girokonto

Die Gebühren beim Girokonto

Die Kontoführungsgebühren sind sicherlich das Hauptkriterium, welches auch beim Vergleich der Angebote die größte Rolle spielt. Dieser Vergleich ist allerdings nicht ganz einfach, denn immerhin unterscheiden sich die Gebührenmodelle der vielen Banken zum Teil durchaus in größerem Umfang. In der Praxis sind es vor allen Dingen vier Kontomodelle, die im Hinblick auf die Gebühren am Markt angeboten werden:

  • kostenloses Girokonto ohne Bedingungen
  • Kostenfreiheit des Kontos an Bedingungen geknüpft
  • monatliche Grundgebühr enthält alle Leistungen
  • Mischung aus Grundgebühr und Abrechnung der Buchungsposten

Insbesondere einige Direktbanken sind es, die mittlerweile auf die Berechnung von Kontoführungsgebühren verzichten. Daher bieten einige Banken ihren Kunden ein sogenanntes kostenloses Girokonto an, was in erster Linie beinhaltet, dass die Kontoführung mit keinen Gebühren verbunden ist. Im Bereich der kostenlosen Girokonten gibt es zwei Varianten, nämlich zum einen das bedingungslos kostenfreie Girokonto und zum anderen das Girokonto, dessen Kostenfreiheit mit einer oder mehrere Bedingungen verbunden ist.

Beim bedingungslos kostenlosen Girokonto ist es so, dass die Kontoführung auf jeden Fall kostenlos ist, unabhängig von der Art des Kunden und sonstigen Merkmalen. Dieses bedingungslos kostenfreie Girokonto ist allerdings eher die Ausnahme, denn die meisten Banken, die vom Grundsatz her ein kostenfreies Girokonto anbieten, haben sich für die zweite Variante entschieden. Diese zweite Variante beinhaltet, dass das Girokonto nur dann kostenfrei ist, wenn der Kunde eine Bedingung erfüllen kann. In der Praxis gibt es zwei mögliche Bedingungen, die besonders häufig gefordert werden. Die erste mögliche Bedingung besteht darin, dass der Kunde dafür sorgen muss, dass monatlich ein bestimmter Geldeingang bzw. Gehaltseingang auf dem Girokonto verbucht wird. Dieser Geld- bzw. Gehaltseingang muss meistens eine bestimmte Mindesthöhe erreichen, beispielsweise 1.200 Euro. Die zweite Bedingung sieht vor, dass entweder auf dem Girokonto oder auf einem Anlagekonto der gleichen Bank regelmäßig ein bestimmter Sockelbetrag als Guthaben vorhanden ist, beispielsweise 3.000 Euro.

Während manche Direktbanken und auch einige Filialenbanken das online zu führende Girokonto ohne Kontoführungsgebühren anbieten, sind es vor allen Dingen die Kreditinstitute in ländlichen Bereichen oder kleineren Städten, die nach wie vor Kontoführungsgebühren berechnen. Hier haben sich im Laufe der Jahre zwei verschiedene Gebührenmodelle herauskristallisiert. Das erste Modell besteht darin, dass der Kunde eine monatliche Grundgebühr zahlen muss, in welcher alle sonstigen Leistungen des Girokontos enthalten sind. Die zweite Gebührenvariante sieht hingegen vor, dass der Kunde zunächst eine Grundgebühr zahlt und darüber hinaus einzelne Buchungen bzw. die Buchungsposten zusätzlich mit einem bestimmten Preis abgerechnet werden. Welches dieser zwei Modelle im Einzelfall die günstigere Variante darstellt, hängt insbesondere davon ab, wie umfangreich der Kunde das Girokonto genutzt. Insofern ist es auch beim Vergleich der Gebührenmodelle wichtig, dass der Kunde darüber Bescheid weiß, wie es mit seinem Nutzungsverhalten aussieht.

Die Dispozinsen als weiterer Kostenfaktor

Nicht wenige Verbraucher machen beim Girokontovergleich leider den Fehler, sich ausschließlich auf die Höhe der Kontoführungsgebühren zu konzentrieren. Demzufolge entscheiden sich viele Verbraucher für ein Girokonto, bei dem die Kontoführung kostenlos ist. Da aber mehrere Millionen Bundesbürger regelmäßig auch von der Gelegenheit Gebrauch machen, das Konto im Zuge des zugesagten Dispositionskredites zu überziehen, spielt die Höhe der Dispozinsen mindestens eine genauso wichtige Rolle. In der Praxis sind die Dispozinsen oftmals sogar der größere Kostenfaktor als die Kontoführungsgebühren.

Wie groß die Bedeutung der Dispozinsen als Kostenfaktor ist, lässt sich leicht an einem Beispiel verdeutlichen. Wer sich zum Beispiel zwischen einem Girokonto von zwei Banken entscheiden muss, bei dem das eine Konto mit einer kostenlosen Kontoführung ausgestattet ist, während beim anderen Konto eine monatliche Grundgebühr von fünf Euro berechnet wird, der hat in dem Zusammenhang ein mögliches Einsparpotenzial von 60 Euro im Jahr. Stehen hingegen zwei Girokonten zur Auswahl, wobei bei dem ein Konto ein Dispozins von zwölf Prozent und bei dem anderen Konto ein Dispozins von zehn Prozent berechnet wird, so würde das Einsparpotenzial bei einer durchschnittlichen Ausschöpfung des Dispokredites in Höhe von 5.000 Euro jährlich 100 Euro betragen. Da die Unterschiede zwischen den Banken sicherlich zum Teil deutlich mehr als zwei Prozent im Bereich der Dispozinsen betragen, ist das Einsparpotenzial bei den Sollzinsen prinzipiell fast immer deutlich höher als bei den Kontoführungsgebühren.

Wer also zumindest sporadisch den Dispositionskredit in Anspruch nimmt, der sollte beim Vergleich der Girokonten auf jeden Fall nicht nur auf die Höhe der Kontoführungsgebühren, sondern vor allem auf die Höhe der Sollzinsen (Dispozinsen) achten.

Das Girokonto wird immer häufiger online genutzt

Wenn es um das Thema Girokonto geht, dann ist in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass es mittlerweile viele Millionen Bankkunden sind, die das Girokonto online nutzen. Immer mehr Banken bieten sogar spezielle Onlinekonten an, die sich nicht selten durch Kostenvorteile gegenüber den Girokonten auszeichnen können, die über die Bankfiliale geführt werden. Das Online-Banking macht es möglich, dass das Girokonto mittlerweile bei vielen Kreditinstituten in vollem Umfang über das Internet und die jeweilige Webseite der Bank genutzt werden kann.

Wer sich dafür entscheidet, das Girokonto über das Internet zu nutzen, der muss bei der Bank lediglich spezielle Zugangsdaten beantragen oder eben direkt ein Onlinekonto eröffnen. Die Zugangsdaten bestehen im Wesentlichen fast immer aus einer persönlichen Geheimzahl (PIN) sowie Transaktionsnummern, die dann zur Anwendung kommen, wenn der Kunde eine Transaktion veranlassen möchte, beispielsweise eine Überweisung. Online-Banking gilt heutzutage als sehr sicher und bietet den Kunden vor allen Dingen den Vorteil, dass alle Bankgeschäfte schnell und unkompliziert von zu Hause aus erledigt werden können. Es ist möglich, nicht nur Überweisungen zu tätigen, sondern beispielsweise auch Kontostände abzurufen und sich die Umsätze auf dem Girokonto anzeigen zu lassen. Selbst Daueraufträge können heutzutage beim Girokonto online eingerichtet und geändert werden.

Die Leistungen des Girokontos

Vom Hauptzweck her handelt sich beim Girokonto zwar um ein Zahlungsverkehrskonto, mittlerweile beinhaltet das Girokonto aber meistens noch weitere Leistungen, von denen der Kunde profitieren kann. Die wesentliche Leistung besteht natürlich nach wie vor darin, dass der Kunde das Konto für den Zahlungsverkehr nutzen kann. Auf das Girokonto wird beispielsweise das Gehalt eines Angestellten oder die Ausbildungsvergütung des Auszubildenden überwiesen, während in der anderen Richtung Rechnungen oder sonstige vor Zahlungsverpflichtungen über das Girokonto beglichen werden können. Darüber hinaus sind viele Girokonten aber noch mit weiteren Leistungen ausgestattet.

Zu den weiteren Leistungen gehört der bereits erwähnte Dispositionskredit. Dieser wird Kunden mit einer ausreichenden Bonität als Kreditlinie auf dem Girokonto zur Verfügung gestellt. In der Folge kann der Bankkundenkunde diese Kreditlinie dann nach eigenem Ermessen nutzen und das Konto maximal um den zugesagten Betrag überziehen. Der Dispokredit zeichnet sich dadurch aus, dass er flexibel genutzt werden kann und es keine feste Rückführungsvereinbarung gibt. Negativ ist lediglich die Tatsache, dass diese Kreditlinie relativ teuer ist, da beim Dispokredit nicht selten Zinsen in Höhe von zehn und mehr Prozent anfallen.

Zu den weiteren Leistungen, mit denen heutzutage ebenfalls nahezu jedes Girokonto ausgestattet ist, ist die Nutzung einer Kundenkarte zu zählen. Mit der Kundenkarte, die heute oftmals als MaestroCard bezeichnet wird und nicht mit der MasterCard verwechselt werden darf – denn bei dieser Karte handelt es sich um eine Kreditkarte – besteht darin, dass der Kunde beispielsweise mit der Kundenkarte Bargeld am Automaten verfügen kann oder in Geschäften bargeldlos zahlen kann. Auch die Kreditkarte ist mittlerweile häufig eine Leistung, die automatisch mit dem Girokonto verbunden ist. Mittels der Kreditkarte können Kunden beispielsweise im Ausland bargeldlos zahlen oder sich mit Bargeld versorgen. Auch im Inland wird die Kreditkarte mittlerweile an vielen Stellen genutzt, beispielsweise ebenfalls zur Bargeldversorgung oder zur Bezahlung in Onlineshops.

Besondere Girokontomodelle für spezielle Kunden

Die meisten Banken bieten verschiedene Girokonto-Modelle an, sodass sich die Kunden entscheiden können, welches Modell für sie am besten geeignet ist. Darüber hinaus gibt es fast immer bestimmte Kundengruppen, für die ein bestimmtes Girokontomodell bereitgestellt wird. Zu diesen speziellen Kundengruppen gehören beispielsweise Auszubildende, Schüler und Studenten. Diesen Kunden bieten viele Banken ein kostenloses Girokonto an, sodass der Kontoinhaber keine Kontoführungsgebühren zahlen muss. Darüber hinaus sind diese Konten oftmals mit einem Guthabenzins ausgestattet, sodass auf dem Girokonto vorhandene Guthaben verzinst werden. Solche Konten werden daher mitunter auch als Girokonten mit Tagesgeldfunktion bezeichnet.

Wer darf ein Girokonto eröffnen?

Die Frage danach, welche Bankkunden ein Girokonto eröffnen dürfen, ist durchaus berechtigt. Es sind nämlich bei Weitem nicht alle Banken, die dazu bereit sind, jedem Kunden die Möglichkeit zu geben, ein Girokonto zu eröffnen. Ausschließlich die Sparkassen haben in Deutschland die Verpflichtung, im Grunde jedem Kunden ein Girokonto zur Verfügung zu stellen. Dies trifft auch auf Kunden zu, die keine gute Bonität haben und deshalb von anderen Banken abgelehnt werden. Sparkassen sind jedoch verpflichtet, zumindest ein sogenanntes Guthabenkonto für solche Kunden einzurichten. Die besondere Eigenschaft eines Guthabenkontos besteht darin, dass es sich dabei um ein Girokonto handelt, welches nicht im Soll geführt werden darf.

Verfügen die Kunden über eine einigermaßen gute Bonität, so sind im Prinzip alle Banken dazu bereit, ein Girokonto zur Verfügung zu stellen. Ob auf diesem Konto dann jedoch ein Dispositionskredit eingeräumt wird oder nicht, hängt wiederum vom Einzelfall ab. Die meisten Banken handhaben es allerdings so, dass ein Dispositionskredit unter der Voraussetzung eingeräumt wird, dass keine negativen Einträge in der SCHUFA vorhanden und der Kunde über ein regelmäßiges Einkommen verfügen kann. In diesem Fall beträgt der Dispositionskredit dann meistens das dreifache Nettoeinkommen. Minderjährige können übrigens auch ein Girokonto eröffnen, allerdings ist dann die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter zwingend notwendig. Girokonten für Minderjährige werden nahezu immer als Guthabenkonto geführt, sodass die Eltern sicher sein können, dass ihre Kinder keine Schulden machen können.

Das Fazit zum Girokonto

Das Girokonto wird und nicht umsonst von vielen Banken als Drehscheibe der Kontoverbindung bezeichnet. In der Praxis ist nämlich häufig so, dass die Kunden dort ihre Hauptbankverbindung haben, wo auch das Girokonto geführt wird. Es handelt sich bei diesem Konto sicherlich um das Bankkonto, auf welches die wenigsten Kunden verzichten können. Beim Vergleich der Girokonten, die von nahezu allen Banken angeboten werden, sollten die Kunde darauf achten, möglichst viele Kriterien mit einzubeziehen. Es sollte nicht nur auf die Kontoführungsgebühren geachtet werden, sondern beispielsweise auch auf die Höhe der Dispozinsen und auf die Leistungen, die eventuell kostenlos integriert sind.