Festgeld Konten im Vergleich

Wissenswertes zum Festgeld

Ein Anlageprodukt, welches den meisten Verbrauchern unter der Bezeichnung Festgeld bekannt ist, gehört in die Gruppe der Termingelder. Termingelder werden am Markt allerdings ohnehin nur in zwei Varianten angeboten, nämlich zum einen als Festgeld und zum anderen als Kündigungsgeld. Das Kündigungsgeld ist allerdings nur noch ein Nischenprodukt, welches von sehr wenigen Kreditinstituten angeboten wird. Daher ist es so, dass nahezu immer das Festgeld gemeint ist, wenn von einem Termingeld gesprochen wird. Wichtig für Anleger ist, dass das Festgeld nicht mit dem Tagesgeld verwechselt wird, denn beide Produkte haben zwar diverse Gemeinsamkeiten, es gibt aber auch wichtige Unterschiede.

Themenübersicht zum Festgeld

Wie funktioniert das Festgeld?

Ein wesentliches Merkmal der Funktionsweise lässt sich beim Festgeld bzw. Termingeld bereits aus dem Namen ableiten. Es handelt sich hier um ein Anlagekonto, bei dem der Anleger sein Kapital für einen bestimmten Zeitraum festlegen muss. Wie groß dieser Zeitraum sein kann bzw. sein muss, hängt von der Vorstellung des Anlegers und auch davon ab, welche Auswahl die Banken in diesem Bereich bieten. Üblich sind Laufzeiten zwischen 30 Tagen und mehreren Jahren. Der Kunde muss zunächst ein Festgeldkonto eröffnen und im zweiten Schritt den gewünschten Anlagebetrag einzahlen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass nahezu alle Banken eine Mindesteinlage fordern, die sich in der Regel zwischen 3000 und 5.000 Euro bewegt. Das auf das Festgeldkonto eingezahlte Kapital wird dann für den vereinbarten Zeitraum verzinst. Die Zinsen werden entweder dem Kontoguthaben zugeschrieben oder auf ein separates Konto, beispielsweise ein Girokonto, überwiesen.

Die Sicherheit beim Festgeld

Einer der Hauptgründe, warum sich viele Anleger für ein Termingeldkonto entscheiden, ist die hohe Sicherheit dieses Anlageproduktes. Das Festgeld gehört nämlich zu den wenigen Finanzprodukten überhaupt, die in den Bereich der Einlagensicherung fallen. Neben dem Festgeld trifft dies nur noch auf Girokonten, Tagesgelder, Sparkonten und mit Abstrichen auch auf Sparbriefe zu. Die Guthaben auf dem Festgeldkonto sind also selbst unter der Voraussetzung geschützt, dass die kontoführende Bank insolvent werden sollte. Allerdings ist natürlich zu berücksichtigen, dass die Kontoguthaben nur bis zur jeweils greifenden Einlagensicherung geschützt sind, was deren Volumen betrifft.

Das Festgeld ist aber nicht nur aufgrund der Einlagensicherung ein sehr sicheres Anlageprodukt, sondern ebenso aufgrund der Tatsache, dass es weder ein Zins- noch ein Kursrisiko gibt. Dass auf dem Konto angelegte Kapital wird nämlich einerseits stets in vollem Umfang zurückgezahlt und zum anderen gibt es auch kein Zinsrisiko. Denn der einmal vereinbarte Zinssatz ist über die gesamte Laufzeit hinweg garantiert. In diesem Punkt unterscheidet sich das Festgeld auch vom Tagesgeld, denn hier gibt es in aller Regel einen variablen Zinssatz, den die Bank jederzeit ändern kann. Neben dem Emittentenrisiko, welches in großem Umfang durch die Einlagensicherung abgedeckt ist, kann es beim Festgeld grundsätzlich nur noch ein Währungsrisiko geben. Dieses Risiko tritt allerdings nur dann auf, wenn sich der Anleger dafür entscheidet, das Konto nicht in Euro zu führen.

Bezüglich der vier Risiken, die eine Geldanlage grundsätzlich haben kann, sollte der Anleger beim Festgeld Folgendes wissen:

  • Emittentenrisiko: wird zum größten Teil durch die Einlagensicherung abgedeckt
  • Kursrisiko: nicht vorhanden, da Kapital zu 100 Prozent zurückgezahlt wird
  • Zinsrisiko: während der vereinbarten Laufzeit nicht vorhanden
  • Währungsrisiko: nur bei bewusster Anlage in einer fremden Währung

Die Rendite beim Festgeld

Während die hohe Sicherheit eindeutig für das Produkt Festgeld spricht, ist es – wie auch beim Tagesgeld – in erster Linie die häufig geringe Rendite, die Anleger dazu veranlasst, sich nach einer Alternative umzusehen. Insbesondere in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen, wie es derzeit der Fall ist, gehört die Rendite definitiv nicht zu den Stärken einer Festgeldanlage. Im Gegensatz zum Tagesgeld ist es beim Festgeld so, dass die Zinserträge bzw. die von der Bank gezahlten Zinsen oftmals von zwei Faktoren abhängig sind, nämlich einerseits von der gewählten Anlagesumme sowie andererseits von der vereinbarten Laufzeit.

Beim Festgeld steigen die Zinsen in aller Regel mit steigender Laufzeit und größeren Anlagesummen an. Wer also beispielsweise 100.000 Euro für eine Laufzeit von zwei Jahren auf dem Festgeldkonto einzahlt, der kann definitiv fast immer mit einem höheren Zinssatz als ein Kunde rechnen, der beispielsweise 10.000 Euro für eine Laufzeit von drei Monaten investiert. Jede Bank hat in diesem Bereich ihre eigene Zinsstaffel, sodass beim Vergleich der Angebote definitiv darauf geachtet werden sollte, welche Anlagesumme zur Verfügung steht und für welche Laufzeit sich der Anleger entscheiden möchte.

Schaut man sich die aktuellen Zinsen beim Festgeld an, so bewegen sich diese insbesondere in den kurzen und mittleren Laufzeiten nicht auf einem höheren Niveau als beim Tagesgeld. Wer sich derzeit beispielsweise für eine Festgeldanlage mit einer Laufzeit von zwei Jahren entscheidet, der erhält im besten Fall einen Zinssatz von etwas unter zwei Prozent. Dies ist allerdings bereits ein sehr hoher Zinssatz, denn durchschnittlich bewegen sich die Zinssätze derzeit (Stand Mitte Februar 2014) bei einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren im Bereich von 1,3 bis 1,5 Prozent. Lediglich bei sehr langen Laufzeiten von vier Jahren aufwärts zahlen die Banken noch Zinssätze, die sich oberhalb von zwei Prozent bewegen. Allerdings sollten Anleger sich natürlich gerade in der jetzigen Niedrigzinsphase nicht für lange Laufzeiten entscheiden, denn so würden sie ihr Kapital mitunter über einen langen Zeitraum zu einem Zinssatz anlegen, der vielleicht in zwei Jahren als sehr niedrig zu bezeichnen ist.

Bezüglich der Zinszahlung ist es beim Festgeld so, dass sich der Anleger in aller Regel entscheiden kann, ob die Zinsen dem Kontoguthaben zugeschrieben werden oder auf ein anderes Konto überwiesen werden sollen. Die meisten Banken handhaben es so, dass die Zahlung der Zinsen jeweils nach Ablauf der vereinbarten Festtilgungsdauer erfolgt oder auch einmal jährlich, falls sich der Kunde für eine mehrjährige Anlagedauer entschieden hat. Auch beim Festgeld kann natürlich der Zinseszinseffekt genutzt werden, falls es sich um eine unterjährige Anlagedauer handelt und die Gutschrift der Zinsen auf das Festgeldkonto erfolgt.

Die Verfügbarkeit beim Festgeld

Wer sich für eine Festgeldanlage entscheidet, der sollte sich vorher auf jeden Fall darüber im Klaren sein, dass das Kapital für die gewählte Anlagedauer nicht verfügbar ist. In der Praxis sind allerdings manche Banken dazu bereit, auch eine vorzeitige Verfügung zuzulassen. Bestehen kann der Kunde darauf aber nicht, sondern es handelt sich dabei um reine Kulanz der Banken. Zudem müssen dann fast immer Vorschusszinsen gezahlt werden, falls eine vorzeitige Verfügung gewünscht ist. Der Normalfall sieht jedoch so aus, dass das Kapital bis zum Ende der gewählten Laufzeit im wahrsten Sinn des Wortes festliegt.

Eine Kündigung zum Fälligkeitsdatum hin ist beim Festgeld normalerweise nicht notwendig, sodass das Kapital am Fälligkeitstag automatisch verfügbar ist. Manche Kunden treffen mit ihrer Bank allerdings die Vereinbarung, dass die Festgeldanlage automatisch für den gleichen Zeitraum wie zuvor verlängert wird, falls der Kunde nicht einige Tage vor Ablauf eine gegenteilige Weisung erteilt. In der Fachsprache wird dies auch als automatische Prolongation bezeichnet.

Flexibilität des Festgeldes

Das Festgeld gehört sicherlich nicht gerade zu den Geldanlagen, die als besonders flexibel bezeichnet werden können. Dies liegt daran, dass nahezu jede Bank eine Mindesteinlage gefordert, die der Kunde tätigen muss. Zudem ist es während der Laufzeit in aller Regel nicht möglich, Auszahlungen vorzunehmen oder Einzahlungen auf das laufende Festgeldkonto zu tätigen. Im Gegensatz zum Tagesgeld kann das Festgeldkonto auch nicht zum regelmäßigen Sparen genutzt werden, was an der bereits angesprochenen Mindestanlage und der sehr begrenzten Möglichkeit liegt, während der Laufzeit eine Einzahlung vorzunehmen.

Die Eigenschaften des Festgeldes im Überblick

Im Folgenden sollen noch einmal die wichtigsten Merkmale der Festgeldanlage in der Übersicht dargestellt werden:

  • hohe Sicherheit durch Einlagensicherung
  • in Niedrigzinsphase sehr geringe Rendite
  • Zinsen oftmals abhängig von gewählter Laufzeit und Anlagesumme
  • Kontoguthaben in aller Regel nicht vor Fälligkeit verfügbar
  • Laufzeit je nach Anbieter zwischen 30 Tagen und zehn Jahren
  • relativ geringe Flexibilität

Worauf sollte beim Festgeldvergleich geachtet werden?

Gerade im Festgeldbereich gibt es sehr viele Banken, die ein solches Produkt am Markt anbieten. Daher ist es für jeden Anleger sinnvoll, zunächst einen Vergleich der Angebote durchzuführen, bevor man sich für ein Festgeldkonto entscheidet. Bei diesem Vergleich spielt sicherlich zunächst einmal vor allem der Zinssatz eine Rolle, den die Bank bereit ist zu zahlen. Hier muss allerdings bereits darauf geachtet werden, dass die vorhandenen Zinsstaffeln berücksichtigt werden. Denn die meisten Banken machen ihren Zinssatz von der Anlagesumme sowie von der gewählten Laufzeit abhängig.

Neben dem Zinssatz kann insbesondere für solche Anleger, die sehr hohe Summen auf dem Festgeldkonto deponieren möchten, die Einlagensicherung von Bedeutung sein. In diesem Fall sollte nämlich darauf geachtet werden, dass man sich für eine Bank entscheidet, die über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus auch Mitglied in einem privaten Einlagensicherungsfonds ist. In diesem Fall sind die Kundengelder nämlich teilweise bis zu vielen Millionen Euro abgesichert.

Angebote für Neukunden gibt es im Festgeldbereich er selten, sodass in einem Vergleich in aller Regel auch nicht auf diesen Punkt geachtet werden muss.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Tagesgeld und Festgeld

Es gibt durchaus nicht wenige Anleger, die die zwei Produkte Tagesgeld und Festgeld verwechseln oder sogar der Meinung sind, es handele sich dabei im Prinzip um identische Geldanlagen. Dies ist in der Praxis allerdings keineswegs so, denn es gibt durchaus markante Unterschiede zwischen Tagesgeld und Festgeld. Allerdings können sich beide Produkte auch durch diverse Gemeinsamkeiten auszeichnen, wie zum Beispiel die folgenden:

  • Festgeld und Tagesgeld sind sehr sichere Finanzprodukte
  • beide Geldanlagen fallen in den Bereich der Einlagensicherung
  • es gibt kein Kursrisiko
  • Währungsrisiko nur bei bewusster Anlage in Fremdwährung
  • Zinsen sind von der Anlagesumme abhängig
  • beide Geldanlagen fallen in der Risikoklasse I

Noch wichtiger als die Gemeinsamkeiten von Tagesgeld und Festgeld sind natürlich die Unterschiede, denn auf Basis dieser Differenzen entscheiden sich die Anleger in aller Regel entweder für das Tagesgeld oder für das Festgeld, falls grundsätzlich eine sehr sichere Form der Geldanlage gewünscht wird.

Der wohl größte Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld besteht darin, dass das Kontoguthaben beim Tagesgeld jederzeit frei verfügbar ist, während dies beim Festgeld nur auf das Laufzeitende zutrifft. Der Anleger hat beim Festgeld also nur dann einen Anspruch auf die Auszahlung des Kapitals, wenn der Fälligkeitstermin erreicht ist. Man kann zwar in dem Zusammenhang auf die Kulanz der Bank hoffen, aber der Anleger hat eben kein Recht, vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit die Auszahlung seines Guthaben zu verlangen.

Ein weiterer Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld besteht darin, dass es beim Festgeld fast immer eine Mindesteinlage gibt, welche die Banken beim Tagesgeld – bis auf wenige Ausnahmen – nicht fordern. Je nach Anbieter bewegt sich die Mindestanlage beim Festgeld zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Wichtig ist dieser Unterschied vor allen Dingen für solche Anleger, die das Anlagekonto auch zum regelmäßigen Sparen nutzen möchten.

Ein weiterer Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld besteht in der Zinssicherheit, von welcher der Anleger profitieren kann. Beim Tagesgeld ist es so, dass es sich hier fast immer um einen variablen Zinssatz handelt. Das bedeutet, die Bank hat das Recht, den Zinssatz ohne Ankündigung und zu jedem gewünschten Zeitpunkt zu verändern. Einzige Ausnahme ist, falls mit dem Neukunden eine Zinsgarantie vereinbart wurde. Beim Festgeld ist es hingegen immer so, dass die Zinsen für den gesamten Zeitraum während der vereinbarten Laufzeit garantiert sind. Bis zum Fälligkeitsdatum hat die Bank also nicht das Recht, die Zinsen ohne Einverständnis des Kunden anzupassen.

Fazit zum Festgeld

Beim Festgeld handelt es sich um ein Anlageprodukt, welches insbesondere für sicherheitsorientierte Kunden bestens geeignet ist. Allerdings sollte die Sicherheit wirklich im Vordergrund stehen, denn wer gleichzeitig einen zumindest durchschnittlichen Ertrag haben möchte, der wird sicherlich einige Finanzprodukte finden, die in solchen Fällen besser geeignet sind. Darüber hinaus ist die Festgeldanlage auch nur für solche Kunden eine gute Alternative, die ihr Kapital für einen bestimmten Zeitraum entbehren können. Wer sein Guthaben hingegen jederzeit verfügbar halten möchte, der ist sicherlich mit einem Sparkonto oder einem Tagesgeldkonto besser beraten.