Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich

Wissenswertes zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sicherlich diejenige private Versicherung, die in den vergangenen zehn Jahren am meisten an Bedeutung gewonnen hat. Das Risiko der Berufsunfähigkeit ist ein finanziell existenzbedrohendes Risiko, denn wer berufsunfähig wird und nicht abgesichert ist, der ist in vielen Fällen auf Sozialhilfe bzw. auf den Bezug von Hartz IV angewiesen. Es existiert zwar eine soziale Absicherung in Form der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, jedoch wird diese erstens nur an Arbeitnehmer gezahlt und zweitens nur unter der Voraussetzung, dass der Betroffene nicht nur berufsunfähig, sondern erwerbsunfähig ist. Zum Verständnis der Bedeutung einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es ohnehin wichtig, den Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit zu kennen.

Themenübersicht zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

Wie bereits kurz erwähnt, gibt es eine gesetzliche Absicherung in Form der Erwerbsminderungsrente. Wer als rentenversicherungspflichtiger Bürger erwerbsunfähig wird, der bekommt in aller Regel entweder eine Erwerbsminderungsrente, falls die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Erwerbsunfähig ist eine Person dann, wenn sie keine Tätigkeit mehr länger als eine bestimmte Stundenanzahl pro Tag ausführen kann. In der Regel wird hier von mindestens drei Stunden am Tag gesprochen, denn sollten diese nicht mehr absolviert werden können, wird diejenige Person als erwerbsunfähig eingestuft.

Während es bei der Erwerbsunfähigkeit also so ist, dass der Betroffene in keinem Beruf mehr tätig sein kann, ist die Berufsunfähigkeit dadurch definiert, dass man lediglich in seinem zuletzt ausgeübten bzw. erlernten Beruf nicht mehr arbeiten kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine andere Tätigkeit durchgeführt werden könnte. Wer also bisher beispielsweise als Dachdecker gearbeitet hat und diesen Beruf aufgrund eingetretener Berufsunfähigkeit nicht mehr ausüben kann, der könnte vielleicht eine deutlich leichtere Tätigkeit noch problemlos ausüben, wie zum Beispiel leichte Bürotätigkeiten. Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit zeigt also, dass man deutlich schneller berufsunfähig als erwerbsunfähig werden kann und daher schon gravierende gesundheitliche Beschwerden vorliegen müssen, um als erwerbsunfähig eingestuft zu werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Statistisch betrachtet ist belegt, dass nicht nur immer mehr Personen in Deutschland berufsunfähig werden, sondern dies geschieht in immer jüngeren Jahren. Waren es zu früheren Zeiten vorwiegend Arbeitnehmer, die in körperlich sehr anstrengenden Berufen gearbeitet haben, wie zum Beispiel als Maurer, auf dem Bau oder als Dachdecker, so sind heutzutage insbesondere vermehrt Menschen von der Berufsunfähigkeit betroffen, die in körperlich nicht anstrengenden Berufen tätig sind, wie zum Beispiel im Büro. Der Grund dafür besteht darin, dass die Anzahl der Berufsunfähigen immer stärker von psychischen Erkrankungen bestimmt wird. Darüber hinaus haben die Erkrankungen des Bewegungsapparates erheblich zugenommen, sodass vermehrt auch Menschen von Berufsunfähigkeit betroffen sind, die eine Bildschirmtätigkeit im Büro ausführen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb so wichtig, weil sie nach Eintritt der Berufsunfähigkeit dafür sorgt, dass der Wegfall des Einkommens kompensiert werden kann. Denn selbst wenn der Versicherte einen Anspruch auf die Zahlung einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente hat, so reicht diese dennoch fast nie aus, um den bisherigen Lebensstandard halten zu können. Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird von vielen Versicherungsgesellschaften angeboten, jedoch unterscheiden sich die verschiedenen Angebote nicht nur im Hinblick auf den Beitrag, sondern vor allem auch hinsichtlich der Vertragsbedingungen, sodass sich der Verbraucher hier extrem gut informieren muss, um auch wirklich die Absicherung zu erhalten, die er haben möchte. Ein ganz zentraler Punkt, auf den definitiv geachtet werden sollte, ist das so genannte abstrakte Weisungsrecht.

Das abstrakte Weisungsrecht als Vertragsklausel

Beim abstrakten Weisungsrecht geht es im Prinzip wiederum um den Unterschied zwischen Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit. Normalerweise soll eine Berufsunfähigkeitsversicherung natürlich unter der Voraussetzung die vereinbarte Leistung erbringen, dass der Versicherte berufsunfähig geworden ist. Nicht wenige Versicherer behalten sich jedoch im Zuge der Berufsunfähigkeitsversicherung das sogenannte abstrakte Weisungsrecht vor. Dieses Weisungsrecht beinhaltet, dass der Versicherer vom Versicherten verlangen kann, dass er eine andere Tätigkeit ausführt, falls er in seinem eigenen Beruf dauerhaft berufsunfähig geworden ist.

Die Versicherung zahlt in diesem Fall also nicht bereits bei eingetretener Berufsunfähigkeit, sondern würde erst dann eine Leistung erbringen, wenn der Versicherte auch in keinem anderen Beruf mehr tätig sein kann. Faktisch handelt es sich also bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit abstraktem Weisungsrecht um eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Aus dem Grund sollte man stets darauf achten, dass der Versicherer auf sein abstraktes Weisungsrecht verzichtet, und die sollte auch vertraglich fixiert werden.

Die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung

Neben dem abstrakten Weisungsrecht ist die Laufzeit des Vertrages ein weiteres Kriterium, auf welches unbedingt geachtet werden sollte. Insbesondere dann, wenn ein Versicherer die Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem besonders günstigen Beitrag anbietet, ist es nicht selten so, dass der Vertrag eine vergleichsweise geringe Laufzeit hat. Wenn man jedoch als beispielsweise dreißigjähriger Mann eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Laufzeit von lediglich zehn Jahren abschließt, dann erfüllt diese Versicherung natürlich absolut nicht den eigentlichen Sinn und Zweck. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass man bereits mit 40 Jahren berufsunfähig wird, ist relativ gering. Da der Vertrag dann jedoch mit dem 40. Lebensjahr ausläuft, besteht für den Zeitraum bis zum Renteneintrittsalter, der natürlich ein erheblich höheres Risiko beinhaltet, dass die Berufsunfähigkeit eintritt, keine Absicherung mehr.

Natürlich kann der ehemals Versicherte nach Ablauf der bisherigen Versicherung dann eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, jedoch ist der Beitrag dann wesentlich höher, da das Risiko der Berufsunfähigkeit gestiegen ist und Versicherer daher nicht dazu bereit sind, einen vierzigjährigen Mann zum gleichen Beitrag wie einen dreißigjährigen Versicherten zu versichern. Daher sollte bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt darauf geachtet werden, dass der Vertrag optimalerweise bis zum 65. bzw. 67. Lebensjahr oder zumindest bis zum 63. Lebensjahr läuft. Denn dann ist auch der besonders risikoreiche Zeitraum zwischen dem vom 55. und dem 63. Lebensjahr durch die Versicherung abgedeckt.

Die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt eine Hauptleistung, die ausnahmslos jede Berufsunfähigkeitsversicherung beinhaltet, nämlich die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente. Die Berufsunfähigkeitsrente wird bei Vertragsabschluss vereinbart und kann vom Betrag her vollkommen frei zwischen Versichertem und dem Versicherer vereinbart werden. In aller Regel raten Experten dazu, die Höhe der gewählten Berufsunfähigkeitsrente an das bisherige Nettoeinkommen anzupassen. Zwar gibt es – wie zuvor erwähnt – auch eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, nur leistet diese eben erst ab Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit und zudem ist die Leistung auf einem deutlich geringeren Niveau als das letzte Nettoeinkommen des Versicherten. Wer also derzeit ein Nettoeinkommen von beispielsweise 2.000 Euro im Monat hat, der sollte bei der Wahl der Berufsunfähigkeitsrente mindestens einen Betrag von 1.500 Euro angeben.

Die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente muss oftmals dann erfolgen, wenn der Versicherte voraussichtlich für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten berufsunfähig ist. Manche Versicherer haben auch etwas andere Zeiträume als Klausel, sodass auch auf diesem Punkt bei Vertragsabschluss geachtet werden sollte. Meistens ist es jedoch so, dass unter der Voraussetzung, dass der Arzt der Meinung ist, dass der Versicherte voraussichtlich mindestens sechs Monate berufsunfähig wird sein wird, die erste Leistung zu erbringen ist.

In den meisten Fällen ist es dann ohnehin so, dass die Berufsunfähigkeit nicht nach sechs Monaten endet, sondern dauerhaft eingetreten ist. Sollte der Versicherte natürlich nach einer gewissen Zeit seinen Beruf doch wieder ausüben können, so wird die Leistung der Versicherung selbstverständlich eingestellt. Sollte die Berufsunfähigkeit dauerhaft vorhanden sein, so wird die Berufsunfähigkeitsrente bis Ende der Vertragslaufzeit gezahlt. Optimalerweise ist dieses Laufzeitende gleichzeitig das Renteneintrittsalter, sodass es einen nahtlosen Übergang von der Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente zum Erhalt der gesetzlichen Regel Altersversorgung gibt.

Neben der Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente gibt es im Zuge der Berufsunfähigkeitsversicherung noch weitere Leistungen, die vertraglich vereinbart werden. So kann man beispielsweise die Zahlung einer bestimmten Summe im Todesfall vereinbaren, was allerdings bei einer reinen Berufsunfähigkeitsversicherung eher unüblich ist. Jedoch bieten zahlreiche Versicherungen die Berufsunfähigkeitsversicherung ohnehin in Form eines Kombinationsproduktes aus Lebensversicherung und Absicherung gegen Berufsunfähigkeit an.

Im Folgenden möchten wir noch einmal stichpunktartig die bisher erläuterten wichtigen Punkte im Bezug auf die Berufsunfähigkeitsversicherung festhalten:

  • Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit beachten
  • Versicherer sollte auf abstraktes Weisungsrecht verzichten
  • Laufzeit der Versicherung sollte mindestens bis zum 63. Lebensjahr reichen
  • Höhe der Berufsunfähigkeitsrente an das aktuelle Nettoeinkommen anpassen
  • Hauptleistung der Versicherung ist die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente
  • optionale Zusatzleistungen möglich
  • Schutz gegen Berufsunfähigkeit wird oft mit einer Lebensversicherung kombiniert
  • Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige unverzichtbar, da es hier nicht einmal die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gibt.

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Das Thema Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht ganz einfach, was verschiedene Gründe hat. Zum einen ist es so, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung mittlerweile eine relativ teure Versicherung geworden ist, sodass die jährlichen Beiträge definitiv ins Gewicht fallen. Auf der anderen Seite finden sich allerdings nach wie vor viele preisgünstige Angebote, die jedoch den Nachteil haben, dass die Leistungen hier deutlich eingeschränkt sind. Es wäre also ein großer Fehler, beim Vergleich der verschiedenen Angebote nur auf den Preis zu achten.

So gibt es durchaus Versicherer, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung für einen beispielsweise dreißigjährigen Mann schon ab einem Beitrag von 20 oder 30 Euro im Monat anbieten. Der“ Haken“ an diesem niedrigen Beitrag ist dann allerdings beispielsweise, dass die Versicherung nur eine Laufzeit von zehn Jahren hat, der Versicherte maximal 25 Jahre sein darf oder/und nur eine geringe Leistung erbracht wird, wie zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsrente von 500 Euro im Monat.

Es ist also bei der Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig wie bei fast keiner anderen an Versicherung, Beitrag, Leistungen sowie Vertragsbedingungen in Verbindung miteinander zu betrachten. Daher gibt es in Vergleichen heutzutage auch oftmals die Möglichkeit, vor dem eigentlichen Vergleich einige Kriterien anzugeben, damit das Vergleichsergebnis auch wirklich neutral ist und die Wünsche, die der Kunde an die Leistungen hat, auch berücksichtigt werden. So kann beispielsweise vorgegeben werden, dass nur solche Angebote miteinander verglichen werden, bei denen der Versicherer auf das abstrakte Weisungsrecht verzichtet, die Laufzeit mindestens bis zum 60. oder 65. Lebensjahr erreicht und natürlich kann auch die Höhe der gewünschten Berufsunfähigkeitsrente vorgegeben werden.

Auf die folgenden Punkte sollte also geachtet werden, wenn man sich näher mit dem Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt:

  • kritisch bei besonders niedrigen Beiträgen sein
  • die Versicherungsprämie stets im Zusammenhang mit den Leistungen betrachten
  • erst Leistungen vorgeben, dann die Angebote auf dieser Basis vergleichen

Welche Faktoren beeinflussen den Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Welche Faktoren die Höhe des Beitrages zur Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflussen, ist im vorherigen Abschnitt schon etwas angeklungen. Zunächst ist es natürlich die Höhe der gewünschten Berufsunfähigkeitsrente, die den größten Einfluss auf den zu zahlenden Beitrag hat. Ferner gibt es aber noch weitere Faktoren, die sich in der Summe auf den zu zahlenden Beitrag auswirken. Der zweite wichtige Faktor ist natürlich das Eintrittsalter des Versicherten, denn mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko der Berufsunfähigkeit und damit das Risiko für die Versicherungsgesellschaft, eine Leistung erbringen zu müssen.

Und diese zu erbringen Leistungen sind auch für Versicherer definitiv keine „Peanuts“. Denn wer zum Beispiel im Alter von 50 Jahren berufsunfähig wird und bei einer gewählten Berufsunfähigkeitsrente von monatlich 2.000 Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren Anspruch auf Leistungen hat, der kostet die Versicherungsgesellschaft „mal eben“ über eine Viertelmillion Euro. Diese hohen Leistungsbeträge sind natürlich auch ein Grund, warum die Versicherungsgesellschaften extrem genau bei Einhaltung der Vertragsbedingungen sind und teilweise versuchen, Leistungen zu verzögern oder gänzlich zu verhindern.

Neben der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente und dem Eintrittsalter spielt selbstverständlich auch der ausgeübte Beruf eine ganz wesentliche Rolle, wenn es um die Höhe der zu zahlende Versicherungsprämie geht. Ähnlich wie bei der Unfallversicherung, werden auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung viele Berufe in meistens 3-4 Gruppen unterteilt, die für bestimmte Risikoklassen stehen. So gibt es beispielsweise die Gefahren-Gruppe A, in der vornehmlich solche Berufe eingeteilt sind, die körperlich anstrengend sind und statistisch betrachtet dazu führen, dass eine relativ hohe Quote der in diesem Beruf tätigen Personen berufsunfähig wird. Zu nennen sind hier beispielsweise Berufe wie Maurer, Bauarbeiter, Dachdecker oder Möbeltransporter. Wer einen solchen Beruf ausübt, der zahlt nicht selten einen doppelt so hohen Beitrag als eine Person, die in einer niedrigen Gefahrenstufe eingruppiert ist und beispielsweise als Angestellte im Büro arbeitet.

Ein weiteres wichtiges Kriterium zur Feststellung des monatlichen Beitrages ist die Laufzeit. Natürlich kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Laufzeit von lediglich zehn Jahren zu einem deutlich geringeren Preis angeboten werden, weil das Risiko einfach wesentlich geringer ist, dass der Versicherungsfall eintritt, als wenn die Versicherung eine Laufzeit von 30 oder 40 Jahren hat. Auch hier gibt es enorme Beitragsunterschiede, jedoch sollte der Versicherte natürlich nicht am falschen Ende sparen, indem er eine relativ geringe Laufzeit und damit einen günstigen Beitrag wählt.

Ein ganz wichtiges Merkmal, welches ebenfalls große Auswirkungen auf den Beitrag haben kann, ist der Gesundheitszustand des Versicherten. Hier geht es vor allen Dingen um bestehende Vorerkrankungen, die das Risiko einer Berufsunfähigkeit erhöhen würden. Vor allen Dingen chronische Erkrankungen führen zu einem teilweise massiven Beitragsaufschlag oder können sogar bewirken, dass der Antrag vom Versicherer komplett abgelehnt wird. Dennoch ist es extrem wichtig, auf die umfassenden Gesundheitsfragen, die beim Abschluss jeder Berufsunfähigkeitsversicherung vom Versicherer gestellt werden, wahrheitsgemäß und so ausführlich und genau wie möglich zu antworten. Sollte nämlich die Berufsunfähigkeit eingetreten sein und der Versicherer stellt fest, dass im Bezug auf den Gesundheitszustand und vorhandene Erkrankungen in der Vergangenheit wichtige Angaben fehlten oder unterlassen wurden, kann dies mitunter dazu führen, dass keine Leistung erbracht wird.

Die Gesundheitsprüfung ist ohnehin ein sehr wichtiges Thema im Zusammenhang mit der Berufsunfähigkeitsversicherung, da es immer häufiger vorkommt, dass Versicherer hier kleinste Fehler bei den Angaben dazu nutzen, die vertraglich zugesicherte Leistung zu minimieren oder gänzlich zu streichen. Rechtlich ist dieses Vorgehen legal, denn mit Unterschrift des Vertrages akzeptiert der Versicherungsnehmer auch die Vertragsbedingungen und diese beinhalten fast immer, dass die Angaben zum Gesundheitszustand und Vorerkrankungen vollständig und korrekt sein müssen. Zudem dürfen keine – aus Sicht des Versicherten – vielleicht sogar unwichtig erscheinenden Details weggelassen werden.

Es gibt also diverse Faktoren, die sich auf den Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung auswirken können. Es handelt sich dabei um die folgenden Einflussfaktoren:

  • Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente
  • Eintrittsalter des Versicherten
  • Laufzeit des Vertrages
  • Einschuss eventueller Zusatzleistungen
  • Ausgeübter Beruf
  • Gesundheitszustand / eventuelle Vorerkrankungen

Exkurs: Gesundheitsprüfung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie kurz zuvor erwähnt, spielen die Gesundheitsfragen, die jeder Antragsteller im Zuge der Berufsunfähigkeitsversicherung beantworten muss, eine ganz zentrale Rolle. In der jüngeren Vergangenheit ist die Gesundheitsprüfung bereits mehrfach in der Kritik gewesen, weil die Versicherer hier oftmals so detaillierte Angaben haben möchten, dass es dem Versicherten zum Teil gar nicht möglich ist, diese lückenlos zu machen. So wird in den meisten Antragsformularen beispielsweise danach gefragt, bei welchem Arzt der Versicherte in den letzten fünf Jahren aufgrund welcher Erkrankungen gewesen ist.

Das Problem besteht hier darin, dass im Prinzip jeder einzelne Arztbesuch und der jeweilige Grund angegeben werden müssen. Nun stellen sich Versicherte natürlich die berechtigte Frage, ob dort auch anzugeben ist, wenn der Arzt wegen eines normalen grippalen Infekts aufgesucht wurde oder ein Routinebesuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt durchgeführt wurde. Oftmals können Verbraucher allerdings gar nicht entscheiden, welcher Arztbesuch wegen welcher Erkrankung relevant für die Versicherung ist und welche Angaben nicht gemacht werden müssen, weil sie eben keinen Einfluss darauf haben, ob das Risiko einer späteren Berufsunfähigkeit erhöht wird.

Um sich diesbezüglich bestmöglich abzusichern, keine falschen oder fehlerhaften Angaben gemacht bzw. wichtige Angaben weggelassen zu haben, müsste der Versicherte im Prinzip zum Antrag noch einen Anhang anfertigen. Denn die Felder, die im Antrag für die Angabe zu Krankheiten und Arztbesuchen vorhanden sind, sind vom Umfang her oftmals gar nicht ausreichend. Es wäre also auch aus Sicht vieler Experten und Verbraucherschützer ratsam, wirklich jeden einzelnen Arztbesuch mit dem entsprechenden Grund aufzuführen.

Darüber hinaus ist natürlich bei den Gesundheitsfragen ebenfalls wichtig, sämtliche Medikamente anzugeben, die regelmäßig eingenommen werden. Denn wer beispielsweise regelmäßig ein Medikament gegen überschüssige Magensäure einnimmt, was in Deutschland einige Millionen Menschen machen, der hat natürlich ein höheres Risiko aufgrund der bestehenden Erkrankung, später einmal berufsunfähig zu werden. Wird die Einnahme dieses Medikamentes weggelassen, so kann dies im schlimmsten Fall dazu führen, dass nach Eintritt der Berufsunfähigkeit keine Leistung vom Versicherer erbracht wird.

Fazit zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie den vorherigen Ausführungen zu entnehmen ist, handelt es sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung um sicherlich keine einfache Versicherung, da viele Aspekte und Faktoren berücksichtigt werden müssen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nach Ansicht der meisten Experten die Berufsunfähigkeitsversicherung heutzutage nach der privaten Haftpflichtversicherung die wohl wichtigste Versicherung im privaten Bereich ist. Von daher ist die Berufsunfähigkeitsversicherung im Prinzip jedem Verbraucher zu empfehlen, der dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung steht bzw. einen Beruf ausübt.