Baufinanzierung im Vergleich

Wissenswertes zur Baufinanzierung

Der Immobilienkredit gehört mit zu den Darlehen, die am häufigsten von Banken vergeben werden. Gleichzeitig ist das Immobiliendarlehen aber auch Teil einer relativ umfangreichen und nicht immer ganz einfachen Finanzierungsform, nämlich der Immobilienfinanzierung, die häufig auch als Baufinanzierung bezeichnet wird. Viele Kunden sind der Meinung, dass es im Zuge einer solchen Baufinanzierung seitens der Bank nur eine Art von Darlehen gäbe, welches dann als Immobilienkredit bezeichnet wird. Tatsächlich bieten aber alleine die Banken mehrere Darlehensvarianten an, die im Zuge der Immobilienfinanzierungen eingesetzt werden können. Darüber hinaus gibt es neben den normalen Kreditinstituten noch weitere Kreditgeber, die ebenfalls Produkte anbieten, die in eine Baufinanzierung integriert werden können.

Themenübersicht zur Baufinanzierung

Die Bankkredite im Zuge der Baufinanzierung

Es gibt verschiedene Darlehensvarianten, die Kreditinstitute im Zuge einer Immobilienfinanzierung anbieten. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die folgenden vier Varianten:

  • Annuitätendarlehen
  • Tilgungsdarlehen
  • endfälliges Darlehen
  • Fremdwährungsdarlehen

Damit sich der Kunde auch für die passende Darlehensvariante entscheiden kann, wobei es übrigens häufig auch sinnvoll ist, mehrere Kreditvarianten in die Baufinanzierung einzubinden, müssen natürlich die wesentlichen Merkmale und Unterschiede der einzelnen Kreditarten bekannt sein.

Das Annuitätendarlehen

Wenn von einem Immobilienkredit gesprochen wird, der seitens der Bank vergeben wird, so handelt es sich dabei in mehr als 80 Prozent aller Fälle um ein Annuitätendarlehen. Das Annuitätendarlehen ist das mit Abstand am häufigsten vergebene Immobiliendarlehen, sodass viele Kunden die Bezeichnung Immobilienkredit gleichzeitig mit dem Annuitätendarlehen verbinden.

Die wesentliche Eigenschaft des Annuitätendarlehens besteht darin, dass eine regelmäßige Tilgung der aufgenommenen Darlehenssumme erfolgt. Diese Tilgung ist Bestandteil der monatlichen Kreditrate, die der Kunde zu zahlen hat. Die Kreditrate besteht also beim Annuitätendarlehen stets einerseits aus dem Zins- und andererseits aus dem Tilgungsanteil. Charakteristisch ist weiterhin, dass sich das Verhältnis von Zins- und Tilgungsanteil fortwährend verändert. Es findet beim Annuitätendarlehen nämlich eine regelmäßige Tilgungsverrechnung statt, die dafür sorgt, dass der Zinsanteil immer geringer und demzufolge der Tilgungsanteil an der Gesamtrate immer höher wird. Denn die Zinsen werden beim Annuitätendarlehen ausschließlich auf Basis der Restschuld berechnet und nicht, wie zum Beispiel beim Ratenkredit, stets auf Basis der aufgenommenen Darlehenssumme.

Je nachdem, wie hoch die Hypothekenzinsen im jeweiligen Fall sind, macht es für den Kreditnehmer Sinn, eine relativ hohe Anfangstilgung zu vereinbaren. Die anfängliche Tilgung liegt durchschnittlich bei 1-3 Prozent. Was die Zinsen angeht, so gibt es diverse Einflussfaktoren, die sich im Rahmen einer Baufinanzierung auf den letztendlich zu zahlenden Zinssatz auswirken können. Auf diese Einflussfaktoren wird im Folgenden noch näher eingegangen.

Das Tilgungsdarlehen

Das Tilgungsdarlehen gehört ebenfalls in den Bereich der Baufinanzierung, da manche Banken diese Darlehensvariante als Alternative zum Annuitätendarlehen anbieten. Auch beim Tilgungsdarlehen ist es so, dass die monatlich zu zahlende Kreditrate zum einen aus dem Tilgungs- und zum anderen aus dem Zinsanteil besteht. Der Unterschied zum Annuitätendarlehen besteht allerdings darin, dass die Höhe der Tilgung sich beim Tilgungsdarlehen nicht verändert, sondern stets gleich bleibt. Beim Tilgungsdarlehen wird also beispielsweise vereinbart, dass eine Tilgung von jährlich vier Prozent vorgenommen wird, was dazu führt, dass das Darlehen eine exakt definierbare Gesamtlaufzeit von 25 Jahren hat.

Da sich der Tilgungsanteil nicht verändert, führt dies automatisch dazu, dass die monatlich zu zahlende Kreditrate im Laufe der Jahre immer geringer wird. Denn da auch beim Tilgungsdarlehen eine Verrechnung der bereits geleisteten Tilgung vorgenommen wird, sinkt demzufolge der Zinsanteil an der Gesamtrate fortwährend. Der Vorteil des Kunden besteht bei dieser Darlehensvariante also darin, dass zum einen die genaue Laufzeit des Darlehens absehbar ist und zum anderen damit kalkuliert werden kann, dass die finanzielle Belastung im Laufe der Jahre immer geringer wird.

Das endfällige Darlehen

Das endfällige Darlehen ist eine besondere Variante des Immobilienkredites, denn hier ist es nicht so, dass die Tilgung im Zuge der monatlichen Raten vorgenommen wird. Stattdessen zeichnet sich das endfällige Darlehen dadurch aus, dass die Tilgung während der gesamten Laufzeit ausgesetzt wird und letztendlich erst am Fälligkeitsdatum, dann jedoch in einer Summe, vorgenommen wird. Der Kreditnehmer zahlt während der Laufzeit also ausschließlich die Zinsen, was dazu führt, dass keine Tilgungsverrechnung stattfinden kann. Auf dieser Basis sind viele Kreditnehmer natürlich zunächst einmal der Meinung, dass solche endfälligen Darlehen teurer als Annuitäten- oder Tilgungsdarlehen sind, weil die Zinsen stets auf Basis der anfänglichen Darlehenssumme gezahlt werden.

Dies muss aber nicht immer der Fall sein, denn an die Stelle der regelmäßigen Tilgung tritt in allen Fällen ein sogenannter Tilgungsersatz. Dieser Tilgungsersatz besteht oftmals aus einer Kapitallebensversicherung, in die der Kreditnehmer Beiträge zahlt. Da es bei solchen Lebensversicherungen oder einem anderen Tilgungsersatz, wie zum Beispiel Fondssparplänen, natürlich eine nicht unerhebliche Rendite gibt, kann es in der Gesamtrechnung sein, dass das endfällige Darlehen dennoch im Saldo günstiger als ein Annuitätendarlehen ist. Hier muss jeder Kreditnehmer allerdings im Einzelfall ausrechnen, welche Darlehensoption die günstigere Variante darstellt.

Das Fremdwährungsdarlehen

Beim Fremdwährungsdarlehen handelt es sich ebenfalls um ein einfältiges Darlehen, allerdings wird dieses nur selten von inländischen Banken vergeben, da der Darlehensbetrag nicht in Euro, sondern in einer fremden Währung vergeben wird. Das Darlehen wird also in diesem Fall beispielsweise in Schweizer Franken aufgenommen und muss später auch mit „einem Schlag“ in Schweizer Franken getilgt werden.

Ein solches Fremdwährungsdarlehen kann für den Kreditnehmer zwei Vorteile beinhalten. Der erste Vorteil besteht möglicherweise in dem geringeren Zinssatz, der daraus resultieren kann, dass das Zinsniveau im Ausland niedriger als im Inland ist. Bietet dann beispielsweise einer Schweizer Bank ein Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken zu einem Zinssatz von 1,5 Prozent an, während der Kunde hierzulande für einen Immobilienkredit Zinsen in Höhe von zwei Prozent zahlen muss, wäre das Fremdwährungsdarlehen vom Zinssatz sehr eine gute Alternative.

Der zweite Vorteil kann beim Fremdwährungsdarlehen darin bestehen, dass der Kreditnehmer Währungsgewinne erzielen kann. Allerdings muss an dieser Stelle auch bedacht werden, dass genauso gut Währungsverluste entstehen können, sodass es sich bei dem Fremdwährungsdarlehen sicherlich nicht um ein risikoloses Darlehen handelt. Sowohl Währungsgewinne als auch Währungsverluste resultieren daraus, dass das Fremdwährungsdarlehen in einer fremden Währung aufgenommen und zurückgezahlt werden muss. Um dies durchzuführen, ist natürlich stets eine Umrechnung bzw. ein Umtausch in die inländische Währung, also in Euro, notwendig. Ob nun Währungsgewinne oder Währungsverluste erzielt werden, hängt davon ab, wie sich der Kurs dieser Fremdwährung im Vergleich zum Euro von Beginn der Darlehensaufnahme an bis zum Fälligkeitsdatum entwickelt. Welche Szenarien es in diesem Zusammenhang geben kann, soll an einem Beispiel verdeutlicht werden.

Wenn ein Kreditnehmer beispielsweise ein Fremdwährungsdarlehen über 100.000 Schweizer Franken aufnimmt und beträgt der Kurs des Franken gegenüber dem Euro beispielsweise 1,20 Franken, so würde der Kreditnehmer umgerechnet rund 83.300 Euro erhalten. Wenn nun der Kurs des Franken gegenüber dem Euro am Fälligkeitsdatum des Fremdwährungsdarlehens beispielsweise auf 1,10 Euro gestiegen ist, müsste der Kreditnehmer für die Tilgung des Darlehens nicht nur umgerechnet rund 83.300 Euro, sondern insgesamt etwa 90.900 Euro aufwenden, um den Kredit zu tilgen. In diesem Fall wären also Währungsverlust in Höhe von etwas mehr als 6.500 Euro entstanden.

Hätte sich der Kurs jedoch in eine andere Richtung entwickelt, so hätte der Kreditnehmer statt den Währungsverlusten Währungsgewinne erzielt. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Wert der Fremdwährung gegenüber dem Euro zwischen dem Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens und dem Fälligkeitsdatum fällt. Mit einem Fremdwährungsdarlehen spekuliert der Kreditnehmer also im Grunde gleichzeitig darauf, dass sich der Kurs der Fremdwährung gegenüber dem Euro negativ entwickelt. Aufgrund dieses Spekulationscharakters ist ein Fremdwährungsdarlehen im Grunde nur als Ergänzung zu anderen Darlehen geeignet, sodass keinesfalls die gesamte Baufinanzierung nur aus einem Fremdwährungsdarlehen bestehen sollte.

Zinsfestschreibung oder variabler Zinssatz?

Eine ganz wichtige Entscheidung muss der Kunde bei jeder Baufinanzierung treffen, wenn es um die von den Banken angebotenen Darlehen geht. Dies trifft insbesondere auf das Annuitätendarlehen sowie auf das Tilgungsdarlehen zu. In diesem Fall muss sich der Kreditnehmer nämlich entscheiden, ob er ein Darlehen mit einer Zinsfestschreibung haben möchte oder sich für einen Immobilienkredit entscheidet, der mit einem variablen Zinssatz ausgestattet ist.

Bei einem Darlehen mit Zinsfestschreibung ist es so, dass die Zinsen für einen vereinbarten Zeitraum festgeschrieben werden, also weder von der Bank noch von dem Kunden verändert werden können. Übliche Zeiträume sind in diesem Zusammenhang fünf, 10,15 oder sogar 20 Jahre. Beim variablen Zinssatz ist es hingegen so, dass die Bank bei diesen Krediten jederzeit das Recht hat, den Darlehenszins an die aktuelle Entwicklung am Markt anzupassen. Der Kreditnehmer geht also mit dem variablen Zinssatz definitiv das Risiko ein, dass sich die Zinsen am Markt erhöhen, sodass sich auch sein Kredit verteuert. Bei der Zinsfestschreibung besteht dieses Risiko – zumindest für den Zeitraum der Zinsfestschreibung – nicht.

Es stellt sich also nun die Frage, in welchen Situationen sich der Kreditnehmer besser für eine Zinsfestschreibung oder lieber für ein variabel verzinsliches Darlehen entscheiden sollte. Wann welche Variante sinnvoll ist, lässt sich gut an der aktuellen Zinssituation erläutern. Die derzeitigen Hypothekenzinsen zeichnen sich zum Beispiel dadurch aus, dass sie sich auf einem extrem niedrigen Niveau befinden. Es gibt nicht viele Experten, die damit rechnen, dass die Baukreditzinsen in den nächsten Jahren nicht noch einmal so günstig wie jetzt sein werden. Daraus ergibt sich für den Kreditnehmer, der jetzt einen Immobilienkredit aufnehmen möchte, die logische Schlussfolgerung, dass er sich die aktuell niedrigen Zinsen am besten für einen möglichst langen Zeitraum sichern sollte.

In einer Niedrigzinsphase ist es also definitiv ratsam, sich für eine Zinsfestschreibung zu entscheiden. Zwar sind die Zinsen dann natürlich etwas höher als bei einem variablen Zinssatz, aber die Chance ist relativ groß, dass sich der Kunde in einer Niedrigzinsphase Darlehenszinsen für einen langen Zeitraum sichern kann, die es auf diesem niedrigen Niveau in einigen Jahren nicht mehr geben würde.

Auf der anderen Seite ist ein variabler Zinssatz in erster Linie dann empfehlenswert, wenn sich die Hypothekenzinsen am Markt ohnehin schon auf einem relativ hohen Niveau bewegen. In diesem Fall ist es nämlich wahrscheinlicher, dass die Zinsen in der näheren Zukunft oder auf Jahre hin betrachtet fallen werden, und nur bei einem variabel verzinslichen Darlehen würde der Kunde auch von diesen fallenden Zinsen profitieren können. Mit einer Zinsfestschreibung würde der Kreditnehmer sich hingegen mitunter viele Jahre an die hohen Zinsen binden.

Das Eigenkapital bei der Baufinanzierung

Ein ganz wichtiger Aspekt, den jede Bank bei einer Baufinanzierung berücksichtigt, ist das Eigenkapital. Muss beispielsweise der gesamte Kaufpreis eines Hauses über einen Immobilienkredit finanziert werden, so wird dies auch als Vollfinanzierung bezeichnet. Banken sehen eine solche Vollfinanzierung sehr ungern, denn natürlich steigt dadurch das Risiko, dass die spätere Kreditrate eventuell irgendwann nicht mehr tragbar ist oder der Kunde sich einfach schlichtweg mit der Finanzierung übernimmt. Je höher hingegen der Eigenkapitalanteil an der Finanzierung ist, als desto risikoloser betrachtet die Bank die Finanzierung. Dies hat auch für den Kunden eine positive Auswirkung, nämlich dass er einen niedrigeren Zinssatz zahlen muss, als wenn eine Vollfinanzierung vorgenommen wird.

Es hat für den Kreditnehmer gleich zwei Vorteile, möglichst viel Eigenkapital mit in die Finanzierung einzubringen. Der erste Vorteil wurde gerade genannt, nämlich die Tatsache, dass der Zinssatz bei einem Immobilienkredit umso günstiger wird, desto mehr Eigenkapital der Kunde in die Finanzierung einbinden kann. Darüber hinaus profitiert der Kreditnehmer bei viel Eigenkapital davon, dass sich dadurch automatisch der Fremdfinanzierungsbedarf reduziert, was zu einer niedrigen monatlichen Rate führt. Die monatliche Belastung ist also umso geringer, desto weniger Fremdkapital aufgenommen werden muss. Durchschnittlich wird ein Eigenkapitalanteil zwischen 20 und 25 Prozent als optimal für eine Baufinanzierung angesehen.

Die Bonität des Kreditnehmers

Das Eigenkapital ist nur ein Faktor, der sich letztendlich auf den zu zahlenden Zinssatz auswirken wird. Darüber hinaus ist es vor allem auch die Bonität des Kunden, die mitbestimmend dafür ist, welchen effektiven Zins der Kreditnehmer für den Immobilienkredit letztendlich zahlen muss. Die Bank bewertet die Bonität des Kunden meistens in erster Linie anhand zweier Faktoren, nämlich auf Basis der SCHUFA-Auskunft sowie auf der Grundlage des monatlichen Einkommens. Den Einnahmen werden dann im Zuge der Einnahmen- und Ausgabenrechnung stets die regelmäßigen Ausgaben gegenübergestellt, sodass letztendlich entscheidend ist, wie hoch das frei verfügbare Einkommen ist.

Hat der Kunde beispielsweise monatlich ein frei verfügbares Einkommen von 1.200 Euro und beträgt die kalkulierte Darlehensrate 700 Euro, so handelt es sich hier aus Sicht der Bank um eine sehr sichere Finanzierung. Eine Rolle spielt natürlich auch, welchen Beruf der Kunde ausübt und wie sicher die Anstellung ist. Daher wirkt sich durchaus auch die Beschäftigungsdauer beim jetzigen Arbeitgeber positiv oder negativ auf die Beurteilung der Bank und somit auf den Zinssatz aus. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Faktoren, die sich auf den Zinssatz auswirken können.

In der Übersicht sind es die folgenden Eigenschaften und Merkmale, die mitbestimmend für den Zinssatz beim Immobilienkredit sein können:

  • Eigenkapitalanteil
  • Bonität des Kunden
  • Darlehenssumme
  • Beruf / Anstellung des Kunden
  • Sicherheiten
  • Auftreten des Kunden

Die beiden letzten Punkte der Übersicht müssen sicherlich noch etwas näher erläutert werden. Insbesondere bei einer Baufinanzierung kommt es beim persönlichen Kreditgespräch nämlich nicht nur auf die nackten Fakten an, sondern das Auftreten und das äußere Erscheinungsbild des Kunden können durchaus die Kreditentscheidung des Bankberaters beeinflussen. Darüber hinaus hängt die Bewilligung eines Darlehens insbesondere im Bereich der Baufinanzierung im Wesentlichen auch davon ab, welche Sicherheiten der Kunde stellen kann und welchen Wert diese Sicherheiten haben. Ohnehin ist das Thema Sicherheiten im Bereich der Immobilienfinanzierung ein ganz wichtiges, denn nahezu kein Immobilienkredit wird vergeben, ohne dass eine Grundschuld oder Hypothek als Sicherheit entgegengenommen wird.

Grundschuld bzw. Hypothek als notwendige Kreditsicherheit

Grundsätzlich gibt es viele Kreditsicherheiten, die zur Besicherung eines Darlehens infrage kommen. Zu nennen sind hier beispielsweise die Bürgschaft, die Verpfändung von Wertpapieren oder auch die Abtretung von Forderungen. Im Bereich der Baufinanzierung ist es allerdings fast immer eine ganz andere Sicherheit, die von nahezu allen Banken verlangt wird. Gemeint ist damit die Hypothek bzw. die Grundschuld, die dafür sorgen soll, dass die Bank im Schadensfall zumindest eine gut verwertbare Sicherheit hat, um die noch offene Darlehensforderung ausgleichen zu können. In früheren Zeiten war es in erster Linie Hypothek, die als übliche Kreditsicherheit im Immobilienfinanzierungsbereich galt. Seit einigen Jahren hat die Grundschuld die Hypothek allerdings nahezu vollkommen ersetzt, weil die Grundschuld von den Banken einfach flexibler als die Hypothek gehandhabt werden kann.

Die Grundschuld beinhaltet, dass ein sogenanntes Grundpfandrecht zugunsten der Bank ins Grundbuch eingetragen wird. Die Bank wird also praktisch Eigentümerin der finanzierten Immobilie bzw. des Grundstücks, was durch einen Eintrag ins Grundbuch gewährleistet wird. Durch die Grundschuld erhält das kreditgebende Institut das Recht, unter bestimmten Umständen eine Zwangsversteigerung des besicherten Objektes durchzuführen, was immer dann geschieht, wenn der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Die Kreditsicherheit Grundschuld dient allerdings nicht dazu, die gesamte Darlehenssumme abzusichern. Vielmehr gibt es einen sogenannten Beleihungswert, auf dessen Basis die Banken berechnen, wie hoch der Wert ist, den sie bei der Grundschuld ansetzen können. Hat die zu finanzierende Immobilie zum Beispiel einen Verkehrswert von 200.000 Euro, so setzen die meisten Banken den Beleihungswert beispielsweise bei 120.000 oder 150.000 Euro an, sodass die Grundschuld, zumindest in erstrangiger Form, auch nur bis zu diesem Beleihungswert als Sicherheit eingetragen wird. Der restliche Teil des Finanzierungsbedarfs wird dann entweder als Blankokredit vergeben oder der Kunde kann noch weitere Sicherheiten stellen, wie zum Beispiel die Verpfändung von Wertpapieren.

Die Kosten der Baufinanzierung

Natürlich sind gerade die Kosten im Bereich der Baufinanzierung ein ganz wesentlicher Faktor, auf den jeder Kreditnehmer vor Abschluss des Darlehensvertrages achten sollte. Im Gegensatz zu vielen anderen Kreditarten, beispielsweise im Vergleich zum Dispositionskredit oder beim zum Ratenkredit, sind die Darlehenssummen im Bereich der Baufinanzierung natürlich erheblich höher. Nicht selten bewegen sich die Kreditsummen im Bereich von mehreren 100.000 Euro, sodass es bei den Kosten häufig auf scheinbar kleine Details ankommt, die jedoch in der Summe zu einer großen Ersparnis oder zu einem hohen Mehraufwand führen können. Der wesentliche Kostenfaktor ist natürlich bei jeder Immobilienfinanzierung der Zinssatz, den der Kreditnehmer an die kreditgebende Bank zahlen muss.

Am Zinssatz wird auch bereits deutlich, wie sich schon kleinste Unterschiede zwischen den verschiedenen Angeboten über viele Jahre hinweg auf die Gesamtbelastung auswirken können. Möchte ein Kunde beispielsweise ein Immobiliendarlehen über 200.000 Euro aufnehmen und hat zwei Angebote vorliegen, wobei ein Angebot einen Zinssatz von 1,6 Prozent und das zweite Angebot einen Zinssatz von 1,8 Prozent beinhaltet, so scheint die Zinsdifferenz von 0,2 Prozent zunächst einmal sehr gering und demzufolge zu vernachlässigen sein. Aus dieser Zinsdifferenz von jährlich 0,2 Prozent ergibt sich allerdings, dass der Kunde bei einem Angebot jährlich 400 Euro mehr als bei dem anderen zahlen muss. Auf eine durchschnittliche Darlehenslaufzeit von 25 Jahren hochgerechnet wurde sich daraus also ein Zinsunterschied von sage und schreibe 10.000 Euro ergeben. Schon bei einem so geringen Zinsunterschied von nur 0,2 Prozent können sich Kreditnehmer durch optimales Vergleichen also quasi einen Kleinwagen ersparen.

Der Zinssatz ist allerdings nicht der einzige Kostenfaktor, den es im Bereich der Baufinanzierung zu beachten gibt. So gibt es insbesondere bei der Immobilienfinanzierung im Bankenbereich häufig einige weitere Kosten, die der Kunde einkalkulieren muss. Es handelt sich dabei vorwiegend um Gebühren oder auch um bestimmte spezielle Zinsen. Zu nennen sind hier die folgenden möglichen Kosten:

  • Bereitstellungszinsen
  • Vorfälligkeitsentschädigung
  • Bearbeitungsgebühren
  • Kontoführungsgebühren
  • Schätzkosten
  • Kosten für die Eintragung der Grundschuld

Die Bereitstellungszinsen fallen als zusätzliche Zinsen beispielsweise dann an, wenn zwischen der Bereitstellung des Darlehens (seitens der Bank) und der tatsächlichen Inanspruchnahme durch den Kunden ein längerer Zeitraum liegt. Ab welchem Zeitraum diese Bereitstellungszinsen berechnet werden, handhaben die Banken unterschiedlich, sodass der Zeitraum bei der eigenen Bank beispielsweise zwei Monate beträgt, während die andere Bank erst ab dem siebten Monat Bereitstellungszinsen berechnet.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist als zusätzlicher Kostenfaktor nur dann von Bedeutung, falls der Kreditnehmer das Darlehen bereits vor Ablauf der vereinbarten Zinsfestschreibung ablösen möchte. In diesem Fall sind nahezu alle Banken nur zu dieser vorzeitigen Auflösung bereit, wenn der Kreditnehmer eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlt. Die anderen aufgeführten Gebühren, also Bearbeitungsgebühren, eventuelle Kontoführungsgebühren und Schätzkosten, müssen nicht zwangsläufig auftreten, werden aber durchaus von nicht wenigen Banken berechnet. Auch hier sollte sich der Kreditnehmer informieren, ob diese Gebühren in den verschiedenen Angeboten enthalten sind oder nicht anfallen.

Bauspardarlehen und KfW-Kredit

Wie eingangs erwähnt, muss eine Immobilienfinanzierung nicht ausschließlich aus einem Bankkredit in Form eines Annuitätendarlehens, eines endfälligen Darlehens, eines Fremdwährungsdarlehens oder eines Tilgungsdarlehens bestehen. Oftmals ist es zum Beispiel sinnvoll, einen bestehenden Bausparvertrag in die Finanzierung einzubinden. Das Thema Bausparen ist allerdings ebenfalls relativ umfangreich, sodass an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden soll, dass es mittels des Bauspardarlehens eine Möglichkeit gibt, sich eine günstige Finanzierung mit gut kalkulierbar Konditionen zu sichern. Nähere Infos zum Bausparen und zum Bauspardarlehen sind an einer anderen Stelle in ausführlicher Form zu finden.

Ein weiteres Darlehen, welches ebenfalls häufig in die Baufinanzierung eingebunden werden kann, ist das KfW-Darlehen. Zusammengefasst handelt es sich hier um einen Kredit, der von der KFfW-Bank vergeben wird, wobei der Kreditnehmer unter Umständen bzw. unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen Zuschuss zur Tilgung erhalten und eine Förderung nutzen kann. Das KfW-Darlehen wird in aller Regel über die Hausbank aufgenommen, sodass man sich dort am besten über die genauen Konditionen und Inhalte erkundigen kann.

Fazit zur Baufinanzierung

Wie man an den vorhergehenden Ausführungen unschwer erkennen kann, handelt es sich bei der Baufinanzierung um eine sehr umfangreiche Finanzierung, die es erforderlich macht, auf zahlreiche Details zu achten. Daher ist es für die meisten Kreditsuchenden sinnvoll, eine solche Finanzierung nicht online über eine Direktbank vorzunehmen, da meistens ein erheblicher Beratungsbedarf besteht. Deshalb werden die meisten Baufinanzierungen nach wie vor über die Filialbank vorgenommen, auch wenn die Direktbanken natürlich durchaus häufig den Vorteil haben, besonders günstige Konditionen anbieten zu können. Letztendlich muss sich der einzelne Kreditnehmer aber selbst entscheiden, ob ihm die ausführliche Beratung in einer Geschäftsstelle wichtiger ist oder er bereits so gut über die Baufinanzierung informiert ist, dass er keinen Beratungsbedarf mehr hat und sich daher für möglichst günstige Konditionen entscheiden kann.